Nachdem ich bisher nur die „alte“ Business Class der Lufthansa kannte, wurde es Zeit für etwas Neues. Bewusst suchte ich für unseren Roadtrip nach Neufundland eine Flugoption mit einer anderen Kabinenausstattung. Die Strecke FRA – YUL (Frankfurt – Montreal) wurde unter anderem von der Lufthansa mit der Boeing 787-9, dem Dreamliner, bedient. Dieses Flugzeug wurde von einer chinesischen Airline übernommen und besaß somit eine andere Business Class als die bisher Bekannte der Lufthansa. Es ist somit qualitativ ein Zwischenschritt zur kommenden neuen Allegris Business Class.
Lest im nachfolgenden Reisebericht alles zu meinen Erfahrungen beim Flug von Frankfurt nach Montreal und zurück. In der Review beschreibe ich auch den Sitz am Fenster und in der Mitte und gebe Empfehlungen zur Sitzplatzwahl.
Mein Flug mit der LH Business Class Boeing 787-9 Dreamliner
Für September 2024 planten wir einen 2,5-wöchigen Roadtrip durch Neufundland und suchten dafür einen Flug. Da wir genügend Prämienmeilen von Miles and More gesammelt hatten, wollten wir diese für einen Business-Class-Flug einlösen. Die übliche Möglichkeit wäre hier der Direktflug mit der Discover Airline nach Halifax gewesen. Von dort kann man dann mit der Fähre oder einem weiteren Flug nach Neufundland gelangen. Da wir mit diesem Flugzeug und der Discover Airlines aber bereits unsere letzten Urlaube durchgeführt hatten, wollten wir etwas Neues erleben.
Direktflüge mit der Air Canada waren für die Einlösung der Meilen nicht verfügbar. Es hätte nur noch Varianten mit der Swiss über Zürich oder der Austrian über Wien gegeben, aber nach Montreal. Dabei wurde aber noch ein Weiterflug nach St. Johns auf Neufundland notwendig und somit hätten sich dadurch zwei Zwischenstopps ergeben. Dann entdeckten wir einen Direktflug mit der Lufthansa nach Montreal, hier waren wir aber erst skeptisch, da dies meist die gleichen Business Class Sitze wie bei der Discover Airlines sind. Nach Recherche stellten wir allerdings fest, dass dies nicht der Fall war. Es handelte sich um die Boeing 787-9, dem Dreamliner, welcher eine andere Bestuhlung aufwies. Wir buchten somit diesen Flug, in Kombination mit einem Weiterflug mit der Air Canada nach St. Johns auf Neufundland.


Business Class des Boeing 787-9 Dreamliner
Die Boeing 787-9 war ursprünglich für eine chinesische Airline bestimmt, die allerdings durch die Pandemie in Zahlungsschwierigkeiten kam und dadurch Lufthansa die Flugzeuge übernommen hat. Somit handelt es sich um eine andere Business-Class, wie die bisher bekannte, und somit eine für uns neue Erfahrung. Sie weist dabei eine 1-2-1 Bestuhlung auf und somit ist definitiv mehr Platz und Privatsphäre vorhanden. Zusätzlich hat jeder Sitzplatz einen eigenen Zugang zum Flur. Wir waren sehr gespannt und freuten uns auf den Flug.


Check-in Lufthansa Business Class
Der Abflug ab Frankfurt war für 14:00 Uhr geplant. Bereits morgens beim Aufstehen hatten wir schon eine Nachricht auf dem Handy, dass es eine Verspätung von 45 Minuten geben wird. Da wir aber 4 Stunden Aufenthalt in Montreal hatten, stellte dies kein großes Problem dar. Wir fuhren trotzdem rechtzeitig zum Airport. Am Check-in Schalter der Lufthansa für die Business Class war nichts los und die Gepäckaufgabe ging zügig und freundlich. Auch die anschließende Sicherheitskontrolle war durch die neuen Scanner am Frankfurter Flughafen sehr komfortabel und schnell.
Lounge Hopping am Flughafen Frankfurt
Da wir noch über zwei Stunden Zeit bis zum Boarding hatten, entschieden wir uns für ein Lounge-Hopping. Zuerst gingen wir in die Maple-Leaf Lounge der Air Canada. Durch den Zusammenschluss der Star Alliance hat man mit einem Lufthansa Business Class Ticket auch die Möglichkeit in die Lounge der Air Canada zu gehen und umgekehrt. Die Maple Leaf Lounge in Abflughalle A kannten wir bereits und die Lounge bei Abflug B war zwar etwas kleiner, aber prinzipiell identisch. Hier gelangt ihr zu meiner Review für die Maple Leaf Lounge: ▶ Air Canada Maple Leaf Lounge / Frankfurt


Nachdem wir dort nett gespeist hatten, wechselten wir zur Lufthansa Lounge im Abflug B. Hier waren wir bereits bei unserem Flug nach Seoul im April 2024. Eigentlich dachten wir, dass es hier etwas anderes zu essen gibt. Vermutlich hat die Star Alliance aber den gleichen Caterer, somit hat dies nicht geklappt. 😉 Die Lounge ist trotzdem nett und es lässt sich entspannt warten. In der Lounge der Air Canada hat man allerdings einen direkten Blick auf das Rollfeld, welcher hier bei der Lufthansa nicht vorhanden ist.


Sitz der Lufthansa Business Class Boeing 787-9
Die Kabine des Dreamliners umfasst 26 Business Class Sitze, die in einer 1-2-1 Kombination angeordnet sind. Sie befinden sich im vorderen Teil des Flugzeugs.
Fensterplatz
Wir hatten uns beim Hinflug für einen Fensterplatz entschieden und wählten 3A und 4A. Zuerst reservierten wir eine Reihe weiter hinten, allerdings hat man dort den Nachteil, ein Fenster weniger zu haben. Das ist nicht weiter schlimm, denn ein weiteres Fenster ist auf jeden Fall vorhanden. Wenn man aber die Wahl hat, sind die Plätze weiter vorn sicher besser. Die Sitze sind etwas vergleichbar mit der Air Canada. Man hat quasi einen eigenen Bereich und der Sitz ist leicht schräg angeordnet. Das Bett lässt sich komplett flach verstellen, wobei der Platz im Fußbereich etwas eingeschränkt ist.
Wir saßen hintereinander. Die Kommunikation miteinander ist nicht ganz einfach, da man eigentlich aufstehen muss, um miteinander zu reden. Die Sitze sind recht hoch und auch ziemlich weit auseinander. Wollt Ihr den Flug gemeinsam erleben und häufig miteinander sprechen, dann empfehle ich die Plätze in der Mitte. Für Alleinreisende sind die Fensterplätze ideal geeignet und absolut perfekt.



Mittelsitz
Da der Rückflug ein Nachtflug war, entschieden wir uns für die Mitte, denn draußen gab es eh nichts zu sehen. In der Mitte des Sitzes befindet sich ein Sichtschutz, welcher manuell zugezogen werden kann. Dies bietet Privatsphäre, wenn man nicht gemeinsam reist. Oder sich gerade nichts zu sagen hat…😅


Die Mittelplätze sind für Paare definitiv besser geeignet, da man nebeneinander sitzt und man sich miteinander unterhalten kann. Trotzdem hat man seinen Freiraum und seinen eigenen Bereich. Der Übergang zum anderen Platz ist nämlich abgetrennt und somit kein Vergleich zur „alten“ Business Class. Dort sitzt man richtig nebeneinander und es gibt keine Abgrenzung.

Platzangebot
Das Platzangebot bei den Plätzen am Fenster und in der Mitte ist identisch. Man hat viel Beinfreiheit und die verschiedenen Sitzpositionen sind individuell auf die unterschiedlichen Bedürfnisse anpassbar. Die Liegeposition ist recht bequem, auch wenn es an den Füßen etwas enger wird. An der Seite befindet sich eine Ablagefläche, wo man während des Fluges Sachen abstellen kann. Ich empfand das Platzangebot als absolut ausreichend.
Ablageflächen
Generell gibt es viele Ablagemöglichkeiten am Platz. Unter der Fußablage gibt es Platz für Schuhe oder eine kleine Tasche. Im Sitzbereich befinden sich zusätzlich zwei Fächer. In einem davon ist das Amenity-Kit und eine Flasche Wasser untergebracht. Das andere ist leer. Im oberen Teil gibt es unter dem Ablagetisch ein leeres Fach für kleine Dinge, wie Handy, E-Book-Reader, Ladekabel und Ähnliches. Im anderen Fach sind Fernbedienung, USB-Anschluss und die Kopfhörer enthalten. Die Gepäckfächer über den Sitzen bieten ausreichend Platz für größere Gepäckstücke.




Elektrische Steuerung am Platz
Der Sitz ist komplett elektrisch über ein Touch-Panel an der Seite zu steuern. Zusätzlich lässt sich hiermit auch das Licht bedienen. Am Fenster gibt es einen Knopf, mit dem das Fenster verdunkelt werden kann. Hier hat man verschiedene Einstellmöglichkeiten von komplett blickdicht bis zur teilweisen Verdunklung.


Der Bildschirm lässt sich per Touch oder mit der Fernbedienung steuern. Mit dieser lassen sich zusätzlich auch die anderen Einstellungen, wie Licht, ansteuern oder den Service rufen.



Amenity-Kit und Aufmerksamkeiten
Das Amenity KIT war diesmal besonders, denn die Lufthansa hatte bayrische Woche. Somit gab es bei der Verpflegung etwas Bayrisches und zwischendurch hat jeder ein Lebkuchenherz geschenkt bekommen. Im Amenity Kit spiegelte sich das Thema auch wider. Der Inhalt war Standard der Lufthansa: Gesichtsmaske, Ohrstöpsel, Creme und Lippenpflege, Socken, Erfrischungstuch und Zahnbürste. Am Ende des Flugs gab es als kleine Aufmerksamkeit noch eine Packung Pralinen.



Inflight Entertainment und WLAN
Das Inflight Entertainment System war recht umfangreich. Die Auswahl an deutschen Filmen war sehr groß und zusätzlich gab es Serien und Dokumentationen. Auch Musik und Hörbücher lassen sich abspielen und eine Fluginfo zeigt die aktuelle Position des Flugzeuges. Ich empfand das Angebot als sehr gut, allerdings ist bei einem 7-Stunden-Flug irgendwie nicht genug Zeit für alles. Die aktuellen Filme findest du auf der Website der Lufthansa:


WLAN ist an Bord vorhanden und in verschiedenen Tarifen buchbar. Wir haben es allerdings nicht genutzt, somit kann ich keine persönlichen Erfahrungswerte geben. Bei unserem letzten Flug nach Seoul war es allerdings so schlecht, dass uns diesmal ein Test zu risikohaft war und wir uns das Geld für diesen kurzen Flug lieber gespart haben.
Verpflegung an Bord
Das Essen an Bord der Lufthansa war super. Beim Hinflug erhielten wir Abendessen und kurz vor der Landung noch ein kleines Abendessen im bayrischen Stil. Abendessen und Frühstück gab es dann beim Rückflug. Die Auswahl war abwechslungsreich und die Qualität sehr gut. Schaut einfach selbst:








Auch das Getränkeangebot der Lufthansa ist sehr großzügig. Besonders der Aperitif Avionic der Brennerei Ziegler ist wirklich lecker. Hier einen kleinen Einblick in die Menükarte:




Auf dem Hinflug haben wir das Gericht vorab reserviert. Dies hat den Vorteil, dass man auch wirklich das bekommt, was man möchte. Zusätzlich hatten wir eine größere Auswahl, denn diese Gerichte wurden im Flugzeug in der Karte gar nicht angeboten. Der Service ist kostenlos und kann bis 24 Stunden vor Abflug durchgeführt werden:
Service der Lufthansa Mitarbeiter
Der Service war wohl das Beste des ganzen Fluges! Unfassbar gut! Herzlich und freundlich, sehr aufmerksam und dabei trotzdem locker und nicht aufgesetzt. Ich würde sogar fast so weit gehen, dass es der beste Service war, den ich in einem Flugzeug je hatte. Die Flugbegleiterin war immer aufmerksam, hat uns mit Namen angesprochen und war interessiert. Ein absolut positives Erlebnis.



Mein Fazit zur Lufthansa Business Class in der Boeing 787-9
Ich habe den Flug in der Business Class der Boeing 787-9 der Lufthansa sehr genossen. Besonders der nette und aufmerksame Service wird in Erinnerung bleiben. Aber auch der Sitz und die Ausstattung sind gut und spielen in einer Liga mit einigen anderen Airlines. Die neue Allegris Business Class der Lufthansa wird da wohl in Zukunft noch eine Schippe draufsetzen. Bis dahin ist der Dreamliner der Lufthansa auf jeden Fall eine perfekte Alternative und kein Vergleich zu den anderen Fliegern der Lufthansa.
Zusammenfassend: Ich gebe eine absolute Empfehlung für die Lufthansa Business Class im Dreamliner 787-9 in der 1-2-1 Bestuhlung und würde das Flugzeug immer wieder wählen. Die Lufthansa ist in künftigen Flugsuchen wieder vorne dabei.
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