Condor Business Class A321 – Frankfurt / Funchal

Boarding am Flughafen Frankfurt Condor Business Class

Es gibt Reisen, auf die man sich freut – und es gibt Reisen, bei denen man zusätzlich ein klitzekleines bisschen nervös ist. Mein Flug mit der Condor im Airbus A321 der Business Class von Frankfurt nach Funchal fiel eindeutig in die zweite Kategorie. Nicht, weil Madeira nicht wundervoll wäre, sondern weil meine persönliche Geschichte mit Condor… nun ja … kompliziert ist. Trotzdem wollte ich der Airline eine faire zweite Chance geben. Und so habe ich mich – ein wenig skeptisch, aber auch neugierig – für diesen Flug entschieden. Ob Condor mich dieses Mal überzeugen konnte?

Nachfolgend findet Ihr meinen ehrlichen Erfahrungsbericht über den Flug mit der Condor Business Class im Airbus A321 von Frankfurt (FRA) nach Funchal (FNC). Es geht um den Sitzkomfort, den Loungezugang, die Verpflegung an Bord, das Entertainment-System und den Service der Condor-Mitarbeiter.

Condor Business Class Flug von Frankfurt nach Funchal

Vor dem Flug stand erst einmal die Entscheidung an: Mit welcher Airline fliege ich nach Funchal? Die Entscheidung für die Buchungsklasse Business Class war schnell getroffen, da der Aufpreis bei der Mittelstrecke nicht extrem groß war. Direktflüge gab es von Frankfurt aus mit Discover und Condor. Mit Discover hatte ich auf der Langstrecke bereits gute Erfahrungen gemacht: moderne Kabine, nette Crew, insgesamt ein rundes Produkt. Entsprechend war ich eigentlich geneigt, die Discover zu buchen.

Zu den Angeboten der Discover Airline nach Funchal*

Der Preis hat mir diese Entscheidung leider nicht einfach gemacht. Discover lag zum Buchungszeitpunkt 250 EUR pro Person über dem Flug der Condor, und das bei sehr ähnlichen Bewertungen für Mittelstrecke und Service. Am Ende habe ich mich trotz meiner bisherigen Erfahrungen, für das günstige Angebot der Condor entschieden.

Kleiner Fakt am Rande: Zwei Wochen nach meiner Buchung kostete der Discover-Flug plötzlich exakt gleich viel wie Condor. Das hat mich doch ein wenig geärgert….😒

Die Business Class auf der Mittelstrecke

Wenn man sich für einen Business Class Flug in der Mittelstrecke entscheidet, sollte man allerdings wissen, dass dies in der Regel nicht viel mit der Business Class der Langstrecke zu tun hat. Es gibt zwar mittlerweile einige Airlines, die einen „besseren“ Business Class Sitz auf Kurz- und Mittelstrecke anbieten. Die Business Class der Condor im A321 besteht aber aus normalen Economy-Sitzen – nur mit freigehaltenem Mittelsitz. Kein anderer Sitz, kein nennenswerter extra Komfort durch veränderte Bestuhlung. Mehr Sitzkomfort sollte daher nicht der Hauptgrund für die Buchung dieser Buchungsklasse sein.

Condor Business Class A321 Kabine vorne mit freien Mittelsitzen


Meine schwierigen Erfahrungen mit der Condor

Bevor ich davon berichte, wie dieser Flug war, muss ich kurz erklären, warum ich so skeptisch gegenüber der Condor eingestellt war:

Vor einigen Jahren hatte ich einen wirklich katastrophalen Flug, als Condor ein Ticket unter eigenem Namen verkauft hat, der Flug aber vom damaligen Wet-Lease-Partner Smartlynx durchgeführt wurde. Wir waren auf dem Rückweg der Karibik-Kreuzfahrt und ich habe den schlimmsten Flug meines Lebens erlebt. Die zwei Stunden Flugverspätung waren dabei das geringste Übel. Der Flug wurde mit einem Flugzeug durchgeführt, welches bisher auf der asiatischen Kurzstrecke eingesetzt worden war. Der Sitzabstand war unmenschlich und dementsprechend war die Stimmung während der 10 Stunden im Flugzeug katastrophal. Damals schwor ich mir: „Nie wieder Condor.“ Falls Ihr Näheres zum Flug wissen wollt, findet Ihr hier meinen Erfahrungsbericht: ▶ SmartLynx / Condor Flug

Aber Menschen ändern sich – und Airlines offenbar auch. Condor hat sich damals nach starker Medienkritik von Smartlynx getrennt und in letzter Zeit habe ich immer mehr Positives gehört. Also dachte ich mir: Zeit für eine faire zweite Chance. Skeptisch war ich aber trotzdem….


Online Check-in, Gepäck & Sitzplatzreservierung

Die Sitzplatzreservierung war tatsächlich schon direkt nach der Buchung kostenfrei möglich – etwas, das in der Business Class längst nicht mehr selbstverständlich ist. Viele Airlines lassen sich das selbst in der Premiumkabine noch extra bezahlen, deshalb fand ich das bei Condor wirklich positiv. Der Online Check-in selbst öffnete wie üblich 24 Stunden vor Abflug und funktionierte problemlos.

Beim Gepäck hingegen ist das Gegenteil der Fall: In der Business Class ist nur ein Aufgabegepäckstück mit 30 Kilo enthalten – und das ist im Vergleich zu vielen anderen Airlines eher wenig. Die meisten Airlines erlauben in der Business Class oft zwei Gepäckstücke als Aufgabegepäck. 2 Wochen Wanderurlaub waren da schon sportlich zu verpacken. 😉

Dafür durfte man beim Handgepäck zwei Teile mit insgesamt 16 Kilo mitnehmen. Die erlaubten Abmessungen sind bei Condor auch etwas kleiner als bei anderen Fluggesellschaften, doch am Flughafen hat das niemanden interessiert. Solange das Gepäck nicht offensichtlich Übergröße hatte, war alles entspannt.

Check-in Flughafen Frankfurt

Der Check-in fand im Terminal 2 statt, ganz hinten im Bereich, der ausschließlich für Condor genutzt wird. Überraschenderweise war dort so gut wie nichts los – keine langen Schlangen, keine Hektik, keine überfüllten Schalter. Das Ganze wirkte entspannt, freundlich und angenehm übersichtlich. Somit ein guter Start in die Reise.


Mein Kampf mit der Lounge in Frankfurt

Wir hatten als Passagiere der Condor Business Class Zugang zur Lounge der Lufthansa. Die ursprünglich angegebene Lounge für meinen Flug lag im Bereich B, allerdings hinter der Passkontrolle. Da mein Flug aber ohne Passkontrolle stattfand und mein Gate sich davor befand, kamen wir dort gar nicht erst hin. Der nette Flughafenmitarbeiter empfahl uns die Lounge im A-Bereich.

Dummerweise war in A auch eine der Lounges geschlossen, und die andere befand sich ungelogen 20 Minuten Fußweg entfernt pro Strecke. Da wir etwa eine Stunde bis zum Boarding Zeit hatten, entschieden wir uns trotzdem für den Weg. Wie zu erwarten, war die Lounge bei unserer Ankunft extrem überfüllt, doch wir ergatterten einen Platz in der Nähe der Fensterfront. Für die knappe halbe Stunde hatten wir somit einen halbwegs gemütlichen Platz und konnten etwas essen und trinken. Die Aussicht auf das Rollfeld war dabei wirklich spektakulär – es handelte sich gewissermaßen um die Einfahrt zum Gate, daher waren ständig Flugzeuge unterwegs. Ein ausführlicher Lounge-Bericht findet Ihr hier:

Lufthansa Business Lounge A26 – Frankfurt

In Funchal konnten wir auf dem Rückflug die ANA Lounge nutzen. Auch hierzu wird es noch einen gesonderten Beitrag geben.


Condor Business Class im A321 – Kabine & Sitzkomfort

Beim Boarding kamen wir zwar vor den Economy-Passagieren dran, allerdings gab es einen kleinen Haken: Wir wurden mit dem Bus zum Flugzeug gebracht, und dieser fuhr erst ab, als er vollständig gefüllt war. Das Ergebnis? Wir standen ganz hinten im Bus – und als sich die Türen wieder öffneten, stiegen die Economy-Gäste vor uns aus und waren somit noch vor der Business Class an Bord des Flugzeugs. Der Sinn des Priority-Boardings wurde damit einmal komplett auf den Kopf gestellt – charmant war das nicht. Auf dem Rückflug von Funchal war es übrigens der identische Ablauf. Immerhin kamen wir auf dem Weg zum Flugzeug am Eintracht Frankfurt Flieger vorbei…! 😉

Der Eintracht Frankfurt Flieger der Condor am Flughafen Frankfurt

Die Kabine selbst hat einen ordentlichen Eindruck gemacht. Der Business-Bereich ist mit einem Vorhang abgegrenzt und es handelt sich um eine typische 3–3-Bestuhlung mit freigehaltenem Mittelsitz. Wenn man zu zweit reist, hat man somit eine ganze Reihe vor sich, und als Alleinreisender zumindest mehr Platz und eine freie Armlehne.

Der Sitz entspricht dem der Economy Class – keine extra Polsterung, kein größerer Neigungswinkel, keine Kopfstütze und keine Stromversorgung. Für einen Mittelstreckenflug aber ausreichend und der freie Mittelsitz bietet zusätzlichen Komfort. Man kann sich zumindest mal quer setzen und ich habe es bei meiner 1,60 Größe sogar geschafft, mich über zwei Sitze hinzulegen. Der Sitzabstand selbst ist nicht wirklich gut und für große Menschen schwierig. Da bietet sich dann eher der Gangplatz an, weil man auch mal einen Fuß ausstrecken kann. Aber auch durch den freien Mittelsitz ist man auf jeden Fall flexibler und man hat einen zusätzlichen Tisch zur Ablage.

Weder ein Amenity Kit, noch eine Flasche Wasser oder eine Decke lagen am Platz, wie man das von der Langstrecke kennt. Lediglich ein kleines Kissen war vorhanden. Die Temperatur war aber in Ordnung, sodass eine Decke auch nicht notwendig gewesen wäre.

Details zur Condor Business Class auf der Kurz- und Mittelstrecke*


Condor FlyStream + WLAN

Internet war auf diesem Flug nicht vorhanden – weder für Nachrichten noch für Streaming. Auch ein Bildschirm war nicht vorhanden, weder am Sitz, noch im Gang. Es gab allerdings ein Unterhaltungsprogramm, das Condor FlyStream, auf welches man mit dem eigenen Smartphone zugreifen konnte. Hierbei war die Auswahl an Filmen, Serien und Musik recht gut. ▶ Infos zum Condor FlyStream*

Vorab konnten über das Condor-Portal Magazine heruntergeladen werden, die man dann im Flug lesen konnte. In der Praxis funktionierte das bei mir jedoch nicht. Ich konnte sie zwar herunterladen, aber beim Flug waren sie nicht mehr verfügbar. Ob es an mir lag oder am System, bleibt unklar.

An Bord gibt es keine Lademöglichkeit – weder USB noch Steckdose. Wer das Entertainment nutzen möchte, sollte daher eine Powerbank* einpacken.


Condor Business Class Verpflegung auf der Mittelstrecke

Als wir die Flughöhe erreicht hatten, gab es ein Willkommensgetränk. Zur Auswahl standen Sekt und O-Saft. Ich entschied mich für den Sekt und dieser hat gut geschmeckt. Ein paar Nüsse hatten dazu auch gut geschmeckt … 😉.

Verpflegung und Getränke in der Condor Business Class Mittelstrecke

Die Verpflegung an Bord hat mich sehr positiv überrascht. Bereits vorab konnte man das Menü auswählen: Für den Hinflug wählte ich Ravioli vegetarisch und für den Rückflug Thai-Curry mit Hähnchen. Beides war sehr lecker und gut gewürzt. Dazu gab es als Nachtisch eine kleine Auswahl an Mini-Muffins und Macarons. Insgesamt war die Portion absolut ausreichend, und geschmacklich hat es auf jeden Fall überzeugt.

Auch die Auswahl an Getränken war gut. Es gab sogar einen Instant-Starbucks-Kaffee, der wirklich lecker schmeckte, und auch das Condor Radler war gut. ▶ Essen und Getränke bei der Condor*


Service der Crew

Die Crew war freundlich, locker und aufmerksam. Getränke wurden regelmäßig aufgefüllt und auch das Abräumen klappte zeitnah. Besonders positiv sind mir auch die Durchsagen des Piloten aufgefallen. Die Informationen waren sehr interessant und vor allem hörbar. In Summe war der Service der Condor-Crew positiv und wir haben uns wohlgefühlt.


Kosten & Preise der Condor Business Class Mittelstrecke

Die Preise schwanken stark je nach Saison. Wir haben 490 EUR gezahlt und ich empfand den Preis für die Business Class als fair. Allerdings ist es auch nicht mit der Langstrecke zu vergleichen. Trotzdem war mir der Aufpreis gegenüber der Economy Class absolut wert. Ein gewisses Maß an Komfort, Priority Check-in, eine leckere Verpflegung und Zugang zur Lounge beim Abflug – da fängt für mich der Urlaub entspannter an.

Ich habe die Flüge direkt über die Condor Website gebucht. Auch wenn die Preise bei Buchungsplattformen meist gleich teuer oder sogar ein paar Euro günstiger sind, bevorzuge ich die Direktbuchung. In der Zeit bis zum Flug ist man einfach flexibler, da man alles direkt abwickeln kann. Bei der Buchungsplattform kann das auch funktionieren, doch überwiegend ist es über die Airline selbst komfortabler.

zu den Angeboten der Condor*


Tipps für die Condor Business Class

Meine persönlichen Empfehlungen:

  • Das Entertainment-System funktionierte erst mit Erreichen der Flughöhe. Wenn Ihr über die gesamte Flugzeit etwas schauen möchtet, dann ladet euch lieber im Vorfeld einen Film runter und verlasst euch nicht auf das Unterhaltungsprogramm.
  • Da es keine Lademöglichkeiten für das Smartphone gibt, solltet Ihr eine Powerbank mitbringen.
  • Der Schalter der Condor öffnete bei uns erst 2,5h vor Abflug. Seid somit nicht extrem früh am Flughafen, sonst steht Ihr vor dem geschlossenen Schalter.
  • Plant ihr den Loungezugang in Frankfurt am Main, solltet ihr einen längeren Fußweg in Kauf nehmen.
  • Die erste Getränkerunde erfolgt erst in der Luft und es gibt kein Wasser am Platz. Kauft euch eventuell noch etwas am Flughafen.

Lohnt sich die Condor Business Class auf der Mittelstrecke?

JEIN
Für mich persönlich war der Flug angenehmer als in der Economy, vor allem wegen des freien Mittelsitzes, dem Loungezugang und dem leckeren warmen Essen. Für vier Stunden ist das durchaus ein echter Mehrwert und ich würde es immer wieder buchen, vor allem wenn der Aufpreis nicht extrem hoch ausfällt.

Es ist aber nicht mit dem Fliegen in der Business Class der Langstrecke vergleichbar. Wenn du also flache Sitze und viel Platz erwartest, wird dich die Business Class hier enttäuschen.

ANA Lounge am Funchal Airport auf Madeira

Fazit zur Condor Business Class auf der Mittelstrecke im A321

Ich bin sehr froh, dass sich meine Meinung zur Condor verbessert hat. Der Flug war solide und sein Geld wert. Es war keine herausragende Erfahrung, wie bei manchen Flügen auf der Langstrecke, aber es war angenehm und ausreichend für die Mittelstrecke. Wir konnten den Flug genießen. Würde die Condor noch an ein paar kleinen Stellschrauben drehen, wäre das Erlebnis noch positiver. Mittlerweile sind auf einigen Strecken auch neuere Flugzeuge bei der Condor im Einsatz und hier kann man sogar mit einem besseren Sitzkomfort rechnen. Unsere Business Class im Airbus A321 war eher von der alten Sorte.

Würde ich wieder mit Condor fliegen?
Ja – und das hätte ich letztes Jahr definitiv nicht gesagt.

Verpflegung

Sitzkomfort

Service

Preis-Leistungsverhältnis

Condor A321 am Flughafen Funchal FNC

Meine Empfehlungen

  • Um Flüge mit der Condor zu buchen, empfehle ich, die Condor Website zu nutzen. Sitzplatzreservierungen und Essensbestellungen können dort problemlos durchgeführt werden. Hier gelangt Ihr direkt zu Flugsuche:
  • Um euch erst mal einen groben Überblick über die angebotenen Flüge zu verschaffen, bietet sich eine Flugpreissuchmaschine an. Ich stöbere vor der Buchung immer erst bei Skyscanner:

zum Kofferpacken

Kabeltasche und Kabelorganizer

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Hierfür kannst du gerne auch die nachfolgenden Links verwenden: 

Mehr Sitzkomfort durch den freien Mittelsitz bei der Condor

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