Madeira entspannt erleben trotz Tourismus – genau das war unser Ziel. Die Insel stand schon lange ganz oben auf meiner Wunschliste. Traumhafte Wanderwege, eine beeindruckende Natur, gutes Essen und tolle Unterkünfte – und das nur rund vier Flugstunden entfernt. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, Menschenmassen auf Madeira zu vermeiden. Überfüllte Wanderwege, lange Warteschlangen und volle Parkplätze schrecken viele Reisende inzwischen ab.
Nach einem kurzen Aufenthalt bei einer Kreuzfahrt 2024, war es dann im November 2025 endlich so weit und wir unternahmen einen zweiwöchigen Urlaub auf Madeira. Mit ein wenig Planung, Flexibilität und der Bereitschaft, im Urlaub auch mal früh aufzustehen, haben wir Madeira erstaunlich entspannt erlebt. In diesem Beitrag teile ich meine persönlichen Tipps, wie du Menschenmassen auf Madeira weitgehend umgehen kannst – ehrlich und realistisch.
Madeira ist kein Geheimtipp mehr – aber mit der richtigen Reisezeit und etwas Planung lässt sich die Insel trotzdem ruhig und intensiv erleben. Nicht alles klappt immer perfekt, und ganz ohne andere Menschen wird man Madeira nicht mehr sehen. Aber es gibt viele Stellschrauben, an denen man drehen kann.
Die folgenden Tipps haben uns dabei geholfen, die Insel trotz ihres Tourismus entspannt zu genießen.
In der Nebensaison nach Madeira reisen
Der wichtigste Punkt zuerst: Die Reisezeit macht einen riesigen Unterschied. Während der Sommermonate und rund um Ferienzeiten ist Madeira teilweise komplett überlaufen. Besonders beliebte Wanderwege, Aussichtspunkte und Orte wie Funchal platzen dann regelrecht aus allen Nähten.
Wir waren im November auf Madeira – offiziell Nebensaison – und selbst da gab es Stoßzeiten, in denen es ungemütlich voll wurde. Trotzdem war es insgesamt deutlich entspannter als in der Hauptsaison. Die Temperaturen waren ideal zum Wandern, die Natur unglaublich grün, und viele Orte deutlich ruhiger.
Ein weiterer Vorteil der Nebensaison: Hotels sind oft günstiger und man hat deutlich bessere Verfügbarkeiten. Wer also flexibel ist, findet meist tolle Zimmer oder Suiten zu einem fairen Preis, ohne sich wochenlang vorher festlegen zu müssen.
Zu beachten ist allerdings, dass das Wetter in der Regel zwar angenehm ist, aber kein reiner Badeurlaub möglich ist. Regen und schnelle Wetterwechsel gehören dazu und abends wird es schon frisch. Für Wanderer oder alle, die flexibel sind und sich auf wechselhafte Bedingungen einstellen können, ist die Nebensaison jedoch perfekt.

Alle Tipps zur besten Reisezeit und viele weitere nützliche Informationen für deinen Madeira Urlaub findest du in meinem Madeira-Guide: ▶ Madeira Guide: Alles, was du vor deinem Urlaub wissen musst
Früh aufstehen
Früh aufstehen ist auf Madeira wirklich ein großer Vorteil, wenn man Menschenmassen vermeiden möchte. Wir sind an Wandertagen meistens um 7 oder 8 Uhr an den Startpunkten gewesen – und hatten oft die Wege für uns alleine und Parkplatzprobleme gab es so praktisch nicht.

Pico Ruivo: Mitteldämmerung ist ideal
Aber: Nicht überall ist „so früh wie möglich“ automatisch die beste Wahl. Ein gutes Beispiel ist der Pico Ruivo. Wir sind zum Sonnenaufgang gestartet und waren somit zu spät, um das Ereignis vom Gipfel zu erleben. Auf dem Parkplatz standen daher schon einige Autos.

Auf dem Weg zum Gipfel haben wir zunächst niemanden getroffen und waren ganz alleine unterwegs. Später kamen uns dann Wanderer entgegen, die schon beim Sonnenaufgang auf dem Gipfel waren. Als wir oben ankamen, war wieder alles ruhig und wir hatten den Gipfel fast für uns alleine. Ein Mittelding, also kurz nach Sonnenaufgang zu starten, war hier absolut perfekt.

Auf dem Pico Arieiro wird dies ähnlich sein, denn auch hier gibt es viele geführte Touren, die zum Sonnenaufgang angeboten werden.
Mit einem frühen Start lässt sich der Tag zudem optimal nutzen: Ruhe genießen, Fotos machen und danach noch genug Zeit für Sightseeing oder ein entspanntes Mittagessen haben.
Kreuzfahrtschiffe auf Madeira clever umgehen
Ein Punkt, den viele bei der Planung unterschätzen, sind die Kreuzfahrtschiffe. Gerade auf Madeira haben sie einen enormen Einfluss darauf, wie voll es an einem Tag wird – besonders in Funchal, aber auch an beliebten Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen in der Umgebung.
An Tagen, an denen mehrere große Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen, kann es in der Stadt schnell sehr voll werden. Seilbahnen, Altstadt, Markthalle oder bekannte Aussichtspunkte sind dann spürbar stärker frequentiert. An anderen Tagen, an denen keine oder nur kleinere Schiffe anlegen, ist die Atmosphäre dagegen deutlich entspannter.
Wir haben uns vorab die Liegezeiten der Kreuzfahrtschiffe angeschaut und unsere Planung danach ausgerichtet. Besonders hilfreich war das für Funchal. Sollten jeden Tag große Schiffe im Hafen liegen, kann man frühmorgens in die Stadt gehen, bevor die Kreuzfahrtpassagiere überhaupt von Bord sind.

Funchal früh morgens besuchen
Ein Beispiel: Wir waren gegen 8 Uhr in der Rua de Santa Maria unterwegs. Genau zu dieser Zeit lief gerade ein Kreuzfahrtschiff im Hafen ein. Die Straßen waren noch angenehm leer, wir konnten ganz in Ruhe durch die Altstadt schlendern und sind anschließend direkt mit der Seilbahn nach Monte hinaufgefahren. Von dort ging es weiter in den Monte Palace. Erst auf dem Rückweg haben wir gemerkt, wie voll es geworden war – die Schlange an der Seilbahn war inzwischen sehr lang. Glück für uns, denn nach unten wollte noch niemand. Wir hatten somit alles richtig gemacht.

Mein Tipp: Schaut euch vorab den Kreuzfahrtschiff-Zeitplan für Funchal an, zum Beispiel über cruisetimetables.
Nicht nur die bekannten Attraktionen besuchen
Viele der berühmten Orte auf Madeira sind wunderschön – keine Frage. Aber oft sind es gerade die weniger bekannten Spots, die mich am meisten begeistert haben. Abseits der klassischen Instagram-Hotspots findet man oft mehr Ruhe, mehr Authentizität und mindestens genauso schöne Landschaften.
Das gilt besonders fürs Wandern. Neben den bekannten PR-Wegen gibt es zahlreiche Trails, die kaum frequentiert sind und dennoch spektakuläre Ausblicke bieten. Auch kleine Orte abseits der Hauptstraßen haben uns oft besser gefallen als die touristischen Zentren.
Ein besonders gutes Beispiel dafür war der PR6 25 Fontes Hike. Die meisten Besucher folgen hier dem Hauptweg direkt zum bekannten Wasserfall. Wir sind hingegen gleich nach dem Parkplatz rechts abgebogen und einem kleinen, weniger bekannten Trail gefolgt. Dieser führte uns zu einem einsamen Wasserfall mit glasklarem Wasser, eingebettet in einen kleinen See. Wir waren komplett alleine unterwegs – ruhig, ursprünglich und einfach traumhaft. Als wir später am Hauptwasserfall ankamen, herrschte dort hingegen pures Chaos.


Mein Fazit: Ja, schau dir die bekannten Highlights an – aber kombiniere sie unbedingt mit weniger bekannten Alternativen. Oft sind diese sogar schöner.
Mit dem Mietwagen flexibel bleiben
Ein Mietwagen ist auf Madeira für mich fast schon ein Muss – vor allem, wenn du flexibel bleiben möchtest. Ohne Auto bist du an Fahrpläne, Tourenzeiten oder feste Abholpunkte gebunden. Mit einem Mietwagen kannst du früh starten, spontan die Route ändern und Orte besuchen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum erreichbar sind.
Gerade wenn du Menschenmassen vermeiden willst, ist das ein großer Vorteil. Du kannst Aussichtspunkte frühmorgens anfahren, abgelegene Startpunkte für Wanderungen erreichen und Orte besuchen, die in organisierten Touren gar nicht angefahren werden.

Alles zum Mietwagen auf Madeira findest du in meinen gesonderten Beiträgen:
- Mietwagen auf Madeira – Alles, was du wissen musst
- Sunny Cars auf Madeira – meine Mietwagen Erfahrungen
Auch bei schlechtem Wetter rausgehen
Das Wetter auf Madeira kann extrem wechselhaft sein, besonders im Gebirge. Regen oder Wolken an einem Ort bedeuten oft, dass es nur wenige Kilometer weiter komplett anders aussieht.
Wir hatten mehrere Tage, an denen das Wetter morgens eher ungemütlich wirkte. Trotzdem sind wir losgefahren – und wurden oft belohnt. Sonne auf der Nordküste, blauer Himmel im Westen oder mystische Nebelstimmungen im Gebirge.
Viele bleiben bei Regen im Hotel oder verschieben ihre Pläne. Genau das ist deine Chance! Madeira kann auch im Regen spannend sein – zumindest wenn man die passenden Klamotten dabei hat. Meine Wanderung zur Levada Nova war solch ein Beispiel, denn wir hatten viel Regen und wenig Sicht. Aber es war für mich eine der besten Wanderungen auf Madeira. ▶ Levada Nova und Levada do Moinho auf Madeira


Fazit: Madeira geht auch entspannt
Die große Beliebtheit der Insel hat mich offen gesagt zwischendurch schon abgeschreckt. In der Hauptsaison würde ich persönlich nicht nach Madeira reisen – dafür liebe ich Ruhe, Natur und entspannte Momente einfach zu sehr. Menschenmassen rauben mir schnell die Freude an einem Ort.
In der Nebensaison, kombiniert mit den genannten Tipps, war ich aber absolut glücklich. Klar, es gab ein paar wenige Momente, in denen mir das Besucheraufkommen zu viel wurde. Das war jedoch gut auszuhalten und stand in keinem Verhältnis zu den vielen ruhigen, intensiven Erlebnissen, die wir hatten. Dafür bin ich auch gerne bereit, im Urlaub um 5:30 Uhr aufzustehen. Und am Ende muss man ehrlich sein: Wir sind alle Teil des Problems.
Mit ein wenig Planung, Flexibilität und der Bereitschaft, auch mal früh aufzustehen oder spontan umzuplanen, lässt sich Madeira aber wunderbar entspannt erleben. Für mich ist klar: So komme ich gerne wieder zurück – aber nur außerhalb der Hauptreisezeit und ganz bewusst in der Nebensaison.

Meine Empfehlungen für Madeira
Ich hoffe, dir hat diese kleine Übersicht gefallen und der Überblick war hilfreich. Hier findest du alle meine Empfehlungen zu Madeira mit Links zu Anbietern zusammengefasst:
- Reiseführer Madeira:
- Mietwagen-Buchung:
- Meine Hotels:
- Flug nach Madeira:
- Meine Routen zu den Wanderungen auf AllTrails
- Empfehlungen zur Wanderausstattung:
- Ausflüge bei GetYourGuide:
Offenlegung und Affiliate Links
In diesem Beitrag sind Affiliate-Links enthalten. Ihr erkennt diese an dem Stern hinter dem Link. Wenn euch dieser Bericht gefallen hat und für euch hilfreich war, würde ich mich über den Klick auf einen dieser Empfehlungslinks freuen. Mit dem anschließenden Kauf oder der Buchung auf dieser Website erhalte ich eine kleine Provision und Ihr könnt somit meine Arbeit unterstützen. Für euch fallen keine Extrakosten an.
Hierfür kannst du gerne auch die nachfolgenden Links verwenden:




Kommentar verfassen