Der Zug in Finnland war für uns eine der entspanntesten Möglichkeiten, um von Helsinki in den Norden zu gelangen. Statt zu fliegen oder lange Strecken mit dem Auto zurückzulegen, haben wir uns bewusst für den Zug entschieden. Da ich bisher wenig Erfahrung im Zugfahren hatte, freute ich mich sehr darauf.
Wir haben dabei zwei komplett unterschiedliche Varianten getestet: den Tageszug von Tikkurila nach Oulu und den Nachtzug zurück nach Helsinki, den sogenannten Santa Claus Express. Auf der Hinfahrt buchten wir ein 4er-Abteil, welches wir komplett für uns allein hatten und welches deutlich komfortabler war als ein normaler Sitzplatz. Die Rückfahrt im Schlafabteil des Nachtzugs mit eigener Dusche war dann eine ganz andere Erfahrung. Gerade mit Winterkleidung und zwei großen Koffern wurde es schnell eng und teilweise auch etwas unpraktisch.
In diesem Erfahrungsbericht nehme ich dich mit auf unsere Zugreise mit dem Weihnachtsmannexpress in Finnland. Ich teile meine persönlichen Erfahrungen, gebe einen Vergleich zwischen Tag- und Nachtzug und zeige dir, worauf du bei der Planung achten solltest.
Zugfahren in Finnland
Die Zugverbindungen in Finnland werden von der staatlichen Bahngesellschaft VR betrieben. Eine der bekanntesten Verbindungen ist der sogenannte Santa Claus Express. Dabei handelt es sich um einen Nachtzug, der den Süden Finnlands mit dem Norden bis nach Rovaniemi in Lappland verbindet. Genau diesen Nachtzug haben wir von Oulu auf unserer Rückfahrt nach Helsinki genutzt.

Wenn du einen Überblick über unsere komplette Finnland-Reise suchst, findest du hier meinen Beitrag.
▶ Finnland Urlaub im Winter – Meine Winterreise
Unsere Zugreise Richtung Lappland
Für unseren Winterurlaub in Finnland mussten wir von Helsinki in den Norden gelangen. Ursprünglich wollten wir für die Strecke in den Norden Finnlands den Nachtzug nutzen. Gerade dieser sogenannte Santa Claus Express ist eine beliebte Verbindung und hätte gut zu unserer Route gepasst.
Allerdings waren alle Nachtzüge für den Freitag bereits ausgebucht. Wir mussten also umplanen und haben uns stattdessen für einen frühen Tageszug entschieden, der bereits gegen 16 Uhr in Helsinki abfuhr. Rückblickend war genau das die bessere Entscheidung.

Zum einen hätten wir beim Nachtzug mehrere Stunden in Helsinki bis zur Abfahrt des Zuges mit unserem Gepäck überbrücken müssen. Durch den frühen Tageszug konnten wir direkt vom nahe gelegenen Bahnhof Tikkurila weiterfahren. Wir sind daher gar nicht erst nach Helsinki reingefahren und eine lange Wartezeit musste auch nicht überbrückt werden. Zum anderen wäre der Nachtzug in Oulu bereits gegen 6 Uhr morgens angekommen. Unsere Mietwagenstation hätte zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen gehabt, sodass wir auch dort wieder hätten warten müssen. Alles nicht ganz optimal…
Der Tageszug hatte diese beiden Probleme für uns perfekt gelöst. Wir mussten zwar dafür in Oulu ein Hotel* für die Nacht in Bahnhofsnähe buchen, aber dafür konnten wir morgens entspannt nach dem Frühstück den Mietwagen entgegennehmen.
Wir kamen trotzdem noch in den Genuss der Fahrt mit dem Nachtzug. Den Santa-Claus-Express Nachtzug haben wir dann einfach auf der Rückfahrt von Oulu nach Helsinki getestet.
Buchung und Tickets für den Zug in Finnland
Die Buchung Tickets für den Zug in Finnland lief komplett über die App der Bahngesellschaft VR. Das hat insgesamt sehr unkompliziert funktioniert und war schnell erledigt. Man kann aber auch die Website von VR nutzen. Hier kommst du direkt hin: ▶ VR Website
Gerade bei unserer Hinfahrt war uns wichtig, halbwegs flexibel zu bleiben. Zwischen Landung in Helsinki und Abfahrt des Zuges lagen nur etwa drei Stunden. Deshalb haben wir uns bewusst für Tickets mit Storno-Option entschieden. Im Zweifel hätten wir die Fahrt also noch kurzfristig stornieren können, falls sich der Flug verspätet. Diese Option hat rund 18 EUR Aufpreis gekostet. Eine Sicherheit für einen freien Platz in einem anderen Zug gab es natürlich nicht, aber wir fühlen uns damit entspannter.
Ein weiterer Vorteil der Buchung über die VR Matkalla App ist, dass alle wichtigen Informationen direkt in der App zu finden sind und auch die Tickets digital hinterlegt werden. Für die kurze Strecke vom Flughafen nach Tikkurila haben wir die Tickets für den Regionalzug über die HSL-App gebucht. Man kann sich das Ticket aber auch direkt am Fahrkartenautomaten am Bahngleis kaufen.


Start der Zugreise – Zug vom Flughafen nach Tikkurila
Tikkurila ist der nächstgelegene VR-Bahnhof des Flughafens Helsinki. Der Transfer ist sehr unkompliziert. Am Flughafen folgt man einfach der Beschilderung Richtung „Railway“. Von dort fährt die P-Linie direkt nach Tikkurila. Die Fahrt dauert nur etwa 10 Minuten und der Zug ist überraschend schnell unterwegs.

In Tikkurila angekommen, hatten wir rund zwei Stunden Zeit bis zur Weiterfahrt. Der Bahnhof ist modern, allerdings haben wir anfangs nicht so viele Sitzmöglichkeiten entdeckt. Erst später haben wir festgestellt, dass es im unteren Bereich noch weitere Restaurants und Sitzgelegenheiten gibt. Man kann somit gut die Zeit verbringen und auch ein großer Supermarkt ist vorhanden.
Tageszug in Finnland – unsere Erfahrung
Die Anreise verlief bisher problemlos und nach unserem Aufenthalt am Bahnhof in Tikkurila waren wir entspannt und freuten uns auf das 4er-Abteil, welches wir komplett für uns allein hatten.
Am Bahngleis
Am Bahnhof in Tikkurila war die Orientierung insgesamt unkompliziert. Das richtige Gleis wird auf den Anzeigetafeln angezeigt und Waggon und Sitzplatz sind auf dem Ticket ersichtlich. Der genaue Einstiegsbereich wird kurz vor dem Eintreffen des Zuges auf den Anzeigen am Gleis eingeblendet.
Bei uns war es Waggon 5 im Gleisbereich zwischen A und B. So konnten wir uns direkt richtig hinstellen und durch die passendeTür einsteigen. Gerade mit Gepäck war das sehr angenehm, denn durch den ganzen Zug laufen zu müssen, ist nicht wirklich angenehm. Das Prinzip ist mit dem ICE-Fahren in Deutschland vergleichbar.

4er-Abteil im Zug – Komfort & Privatsphäre
Unser 4er-Abteil war für uns definitiv eines der Highlights der Zugfahrt. Im VR Zug ist es üblich, dass ein Abteil nicht an weitere Personen vergeben wird. Da wir zu zweit unterwegs waren, hatten wir das komplette Abteil für uns allein. Das Zweierabteil wäre zwar günstiger gewesen, war aber leider ausverkauft.

Neben den 2er und 4er-Abteilen gibt es im Zug auch klassische Sitzplätze im Großraum sowie sogenannte Ruhe- und Relax-Sitze mit etwas mehr Komfort.
Wir hatten in unserem Abteil viel Platz, konnten uns frei bewegen und auch mal die Beine ausstrecken. Vor allem hatten wir unsere Ruhe und Privatsphäre. Gerade auf der rund sechsstündigen Fahrt war das ein großer Vorteil. Insgesamt war das Abteil sehr gemütlich, auch wenn man nicht wirklich bequem schlafen konnte.


Die Temperatur im Abteil war in Ordnung. Es gibt einen Regler, allerdings war nicht ganz klar, wie dieser funktioniert.😉Angenehm waren auch die kleinen Details: Leselampen, dimmbares Licht in zwei Stufen, Kleiderhaken und eine Sonnenblende am Fenster. Auch mehrere echte Steckdosen waren vorhanden und das kostenlose WLAN funktionierte, wenn auch nicht besonders schnell.



Gepäck im Zug – unsere Erfahrungen
Das Thema Gepäck war bei unserer Zugfahrt tatsächlich ein kleiner Kritikpunkt.
Im Waggon selbst gibt es zwar Gepäckfächer, diese waren aber nicht sehr groß und daher schnell belegt. Bei uns war das Gepäckfach bereits voll, sodass wir unsere Koffer dort nicht unterbringen konnten. Zum Glück hatten wir ein großes Abteil. Dort gibt es Gepäckfächer über und unter den Sitzen. Unsere Koffer waren allerdings für den verfügbaren Platz unter dem Sitz zu dick, und auch oben haben sie nicht hineingepasst.


Wir haben sie daher zwischen uns gestellt und als Fußablage genutzt. Zu zweit war das in Ordnung, auch wenn es etwas enger wurde. Mit vier Personen wäre das aus meiner Sicht allerdings schwierig geworden. Gerade bei einer Reise im Winter mit dicker Kleidung und entsprechend viel Gepäck kann es dann auch eng werden. Kleinere Koffer sind aber kein Problem.
Man kann übrigens auch sein Fahrrad mitbringen, hierfür gibt es spezielle Stellplätze. Und auch das Auto kann transportiert werden. In Oulu am Bahnhof haben wir den Autowagen gesehen.


Essen und Toiletten
Im Zug gibt es die Möglichkeit, Speisen und Getränke zu kaufen. Der Speisewagen war relativ groß und die Auswahl gut. Preislich bewegt sich das Ganze allerdings auf typischem Zugniveau und die Plätze sind auch schnell besetzt.
Alternativ kann man sich das Essen auch ganz bequem über die App bestellen und direkt an den Platz beziehungsweise ins Abteil bringen lassen. Das ist gerade auf längeren Fahrten eine sehr angenehme Lösung. Da wir bereits am Bahnhof etwas gegessen hatten, haben wir das Angebot nicht genutzt.
Die Toiletten im Zug sind eher klein und je länger die Fahrt dauert, umso schmutziger. Hat mich etwas an die Züge in Deutschland erinnert, aber es war in Ordnung.
Fazit zur Hinfahrt mit dem Tageszug
Insgesamt war die Fahrt mit dem Tageszug für uns eine sehr angenehme und entspannte Erfahrung. Vor allem das eigene Abteil war super. Die Privatsphäre war wirklich hervorragend und wir konnten die Zeit im Zug deutlich komfortabler verbringen als auf normalen Sitzplätzen. Zum reinen Sitzen und Verweilen war das Abteil sehr gemütlich und hat sich gerade auf der längeren Strecke absolut gelohnt. Auch zum Arbeiten kann man die Zeit optimal nutzen.
Der einzige echte Nachteil war der Schlafkomfort. Die Sitze lassen sich nur begrenzt verstellen und auch die Armlehnen konnten nicht vollständig entfernt werden. Wirklich schlafen konnten wir daher nicht.
Bei einer erneuten Zugfahrt in Finnland würde ich mich jederzeit wieder für das Abteil entscheiden und den Aufpreis in Kauf nehmen.
Nachtzug in Finnland: Unsere Erfahrung im Santa Claus Express
Für die Rückfahrt haben wir uns bewusst für den Nachtzug in Finnland entschieden, den sogenannten Santa Claus Express. Dieser fährt von Rovaniemi nach Helsinki. Nach den Erfahrungen im Tageszug waren wir gespannt, wie sich die Fahrt über Nacht anfühlen würde.
Die Idee, die Strecke schlafend zurückzulegen, sich das Hotel zu sparen und morgens ausgeruht in Helsinki anzukommen, klang toll. Gleichzeitig waren wir aber auch gespannt, wie komfortabel die Kabine wirklich ist – vor allem mit Winterkleidung und zwei großen Koffern.
Schon beim Einstieg wurde schnell klar, dass diese Fahrt spannend wird.
Schlafabteil im Nachtzug in Finnland – Unterschiede
Für das Schlafabteil im Nachtzug gibt es grundsätzlich zwei Optionen: Kabinen im unteren Bereich mit Gemeinschaftsbad sowie Kabinen im oberen Bereich mit eigenem Badezimmer inklusive Dusche und Toilette. Wir haben uns für die Variante im Obergeschoss mit privatem Bad entschieden.
Schon beim Einstieg wurde allerdings klar, dass das Ganze mit Gepäck etwas herausfordernder wird. Die Treppen in den oberen Bereich sowie die Gänge sind relativ eng, sodass es mit zwei großen Koffern schon anstrengend war.


Unsere Kabine im Nachtzug in Finnland
Die Tür stand offen und wir konnten direkt in die Kabine hineinschauen. Mein erster Gedanke: Puh, das wird spannend. Die Kabine selbst ist wirklich sehr kompakt und eher beengt. Für zwei Personen ist es in Ordnung, aber man sollte sich gut kennen. 😉


Die erste Herausforderung ließ auch nicht lange auf sich warten. Wir mussten erst mal unser komplettes Gepäck in die Kabine bekommen. Durch das Winterwetter waren die Kofferrollen komplett nass und haben entsprechend alles eingesaut. Der Boden stand direkt unter Wasser und Schuhe auszuziehen war in dem Moment definitiv keine gute Idee.
Gerade mit Winterkleidung und zwei großen Koffern merkt man schnell, wie wenig Platz tatsächlich vorhanden ist. Trotz der geringen Größe ist die Kabine funktional eingerichtet. Das Bett war gemütlich und es gab einen kleinen Sitzplatz am Fenster. Zusätzlich waren mehrere praktische Details vorhanden, wie Kleiderhaken, eine kleine Ablage am Kopfende, ein Netz für weitere Dinge sowie Becherhalter.
Auch an Licht und Strom wurde gedacht. Es gab eine Leselampe und Steckdosen – eine jeweils direkt am Bett und eine im Eingangsbereich. Das Fenster ließ sich mit einem Rollo abdunkeln.




Gepäck im Nachtzug
Das Thema Gepäck ist im Nachtzug deutlich anspruchsvoller als im Tageszug und sollte gut durchdacht und geplant sein. Grundsätzlich sind nicht alle Kabinen identisch. In vielen Kabinen befindet sich unter dem Bett ein Stauraum, ähnlich den Abteilen im Tageszug. Unsere Koffer wären dafür allerdings auch zu groß gewesen. Ich habe im Nachbarabteil mal spioniert und ein Foto davon geschossen:

Wir hatten ein Abteil am Rand des Zuges gebucht und dort gab es stattdessen Gepäckfächer hinter dem Bett. Um die Koffer dort unterzubringen, mussten wir sie über das Bett hinweg heben. Das war schon mit normalem Gepäck nicht einfach – mit nassen Rollen und Winterausrüstung wurde es schnell zur Herausforderung. Vor allem das obere Bett ist dabei kaum erreichbar. Einen Koffer dort hochzuhieven, ist aus meiner Sicht praktisch nicht möglich, zumindest nicht sinnvoll für den Rücken.


Mein Tipp: Ich habe alles, was wir während der Nacht gebraucht haben, vorher in einen Koffer gepackt. Am besten eignet sich dafür ein Koffer, den man von oben öffnen kann, also eher ein Weichschalenkoffer. Hartschalenkoffer müssen meist komplett aufgeklappt werden – das ist in der engen Kabine eigentlich nur auf dem Bett möglich und selbst dort schwierig. Überlegt euch daher vorher genau, was ihr wirklich braucht, das macht die Situation deutlich entspannter und ihr müsst nur einen Koffer öffnen.


Badezimmer im Schlafabteil
Ein großer Unterschied zum Tageszug ist das eigene Badezimmer in der Kabine. In unserer Variante waren eine kleine Dusche, eine Toilette und ein Waschbecken direkt integriert.
Der Platz ist auch hier sehr begrenzt, aber wirklich funktional gelöst. Die Dusche wird über eine klappbare Wand abgetrennt, sodass sich der Bereich flexibel nutzen lässt. Zum Duschen wird das Waschbecken über die Toilette weggeklappt.



Beim ersten Nutzen von Toilette und Waschbecken hat alles problemlos funktioniert. Beim zweiten Versuch kam allerdings plötzlich kein Wasser mehr aus dem Waschbecken. Das Wasser wird dabei über einen Sensor gesteuert. Sobald man die Hände darunterhält, läuft Wasser – bei uns hat sich aber nichts mehr getan.
Wir haben sogar versucht, den Service-Chat zu kontaktieren, allerdings ohne Erfolg. Die Dusche funktionierte zum Glück weiterhin, sodass wir uns mit einem kleinen Trick behelfen konnten. Wir haben mit einem Becher, Wasser aus der Dusche abgefüllt, um uns die Hände zu waschen und die Zähne putzen zu können. Interessanterweise hat sich das Problem dadurch teilweise selbst „gelöst“. Immer wenn wir etwas Wasser in den Abfluss des Waschbeckens gekippt haben, lief plötzlich wieder Wasser. Irgendwie schien da ein Zusammenhang zu bestehen. Ganz nachvollziehbar war es nicht, aber wir waren froh, dass es funktionierte.
Mitten in der Nacht wurde es dann erneut kurios. Gegen 3 Uhr haben wir plötzlich Wasser laufen hören und festgestellt, dass der Wasserhahn einfach von selbst aktiv war. Insgesamt war das Badezimmer zwar eine praktische Idee, die Technik dahinter hat bei uns aber nicht wirklich zuverlässig funktioniert.
Schlafkomfort und Lautstärke
Das Bett im Schlafabteil war gemütlich und grundsätzlich gut zum Schlafen geeignet. Auch das Wackeln des Zuges war nicht störend, sondern eher angenehm beim Einschlafen.

Ein Punkt, der uns aufgefallen ist, war allerdings die Lautstärke der Toilettenspülung aus den Nachbarkabinen. Diese war extrem laut und hat uns nachts mehrfach geweckt.
Trotzdem war es insgesamt eine interessante Erfahrung, im Zug zu schlafen. Auch wenn wir die Nacht nicht komplett durchgeschlafen war, hat die Fahrt ihren Zweck erfüllt und wir sind am nächsten Morgen ausgeruht genug in Helsinki angekommen. Dort wollten wir direkt einen kleinen Stadtrundgang machen.
Frühstück im Nachtzug Finnland
Das Frühstück kann man bereits bei der Buchung über die App kaufen, falls man das möchte. Wir haben es für eine Person bestellt, um es zu testen. Die vorbestellte Auswahl wird bis zu 120 Minuten vor der Ankunft in die Kabine gebracht. Bei uns waren es etwa 90 Minuten vor Ankunft in Helsinki. Dabei klopft es an der Tür und man bekommt eine Tüte überreicht. Zum Türöffnen mussten wir erst mal den Koffer wegschieben…😁
Wir haben uns für das Frühstück aus Kaffee, Orangensaft, einem Sandwich sowie einem Granola-Joghurt entschieden. Es gab sogar frische Milch für den Kaffee. Der Preis lag bei etwa 10 EUR.
Insgesamt war das Frühstück gut und eine praktische Lösung, um entspannt in den Tag zu starten, ohne sich direkt nach der Ankunft um etwas kümmern zu müssen. Viel Platz zum Essen war allerdings nicht.


Fazit zur Fahrt mit dem Nachtzug
Ich mache gerne neue Erfahrungen und bin froh, dass wir den Santa Claus Express Nachtzug in Finnland ausprobiert haben. Insgesamt war es spannend und auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis.
Man sollte sich aber bewusst sein, dass der Platz in der Kabine sehr begrenzt ist. Ohne Koffer oder nur mit Handgepäck ist das Ganze entspannt machbar. Mit mehreren großen Koffern wird es dagegen schnell eng und teilweise auch unpraktisch. Mit etwas Organisation klappt es aber.
Das Bett war sehr gemütlich und ich habe – trotz einiger Unterbrechungen – insgesamt gut geschlafen. Um gemütlich am Abend miteinander zu sitzen und sich zu unterhalten, ist allerdings nicht wirklich viel Platz. Am Fenster gibt es einen Mini-Sitzplatz und im unteren Bett ist nach oben nicht viel Platz. Größere Menschen können hier nicht aufrecht sitzen. Aber das Abteil ist ja auch zum Schlafen da, und dafür ist es auf jeden Fall gut. Wir kamen relativ entspannt am nächsten Morgen an.


Tageszug oder Nachtzug in Finnland – was ist besser?
Ob Tageszug oder Nachtzug in Finnland die bessere Wahl ist, hängt stark von den eigenen Reiseplänen und den Abfahrtszeiten ab.
Abfahrts- und Ankunftszeiten
Ein wichtiger Punkt ist die Ankunftszeit. Nachtzüge kommen teilweise sehr früh oder sogar mitten in der Nacht in Oulu oder Rovaniemi an. Dann stellt sich schnell die Frage: Was macht man in der Zeit? Hat die Mietwagenstation schon geöffnet? Und wohin mit dem Gepäck?
Sowohl in Oulu als auch in Helsinki gibt es jedoch am Bahnhof problemlos Schließfächer, in denen man Koffer sicher und relativ günstig unterbringen kann.


Auch die Abfahrtszeit spielt eine Rolle. Wenn man zum Beispiel schon mittags am Flughafen ankommt oder aus dem Hotel auschecken muss, ist der Tageszug oft die praktischere Lösung, statt bis spätabends zu warten.
Fahrzeit im Vergleich
Der Tageszug von Helsinki nach Oulu benötigt etwa 6 Stunden, während der Nachtzug rund 11 Stunden unterwegs ist.
Kosten und Einsparpotenzial
Wer sparen möchte, kann sowohl im Tageszug als auch im Nachtzug einen Standardsitz buchen. In diesem Fall würde ich persönlich eher den Tageszug wählen, da man schneller am Ziel ist. Der Nachtzug hat dafür einen anderen Vorteil: Man spart sich die Kosten für eine Hotelübernachtung und kommt morgens direkt am Zielort an.
Komfort und Platz
Der Komfort unterscheidet sich zwischen Tageszug und Nachtzug, allerdings nicht unbedingt in Bezug auf den reinen Platz. Im Tageszug hatten wir im Abteil zwar nicht mehr Platz als im Nachtzug, es war aber insgesamt unkomplizierter. Man musste sich nicht umziehen und konnte einfach sitzen, entspannen und die Fahrt genießen.
Im Nachtzug ist die Situation etwas anders. Zwar hat man ein richtiges Bett, dafür ist die Kabine insgesamt auch eng. Gerade mit Gepäck muss sich deutlich mehr organisieren. Zum Schlafen ist das Schlafabteil im finnischen Nachtzug definitiv die richtige Wahl.
Kosten für den Zug in Finnland
Für unsere Zugreise in Finnland haben wir sowohl den Tageszug als auch den Nachtzug genutzt. Die Preise unterscheiden sich dabei je nach Verbindung, Buchungszeitpunkt und Komfortklasse teilweise deutlich. Ich hatte das Gefühl, dass der Preis abhängig von der Auslastung des Zuges ist. Auf dem Hinweg gab es wenige Verfügbarkeiten und da waren die Kosten um einiges höher als auf dem Rückweg.
Für die Hinfahrt im 4er Abteil des Tageszugs von Tikkurila nach Oulu haben wir insgesamt 225,00 € bezahlt. Die Rückfahrt im Nachtzug von Oulu nach Helsinki lag bei 175,00 € für die Kabine mit eigenem Bad.
▶ Insgesamt lagen die Kosten für die Zugfahrten damit bei rund 400 € für 2 Personen.
Um einiges günstiger wäre die Reise mit normalen Sitzplätzen gewesen, dafür hätten wir aber deutlich weniger Komfort gehabt.
Tipps für deine Zugfahrt in Finnland
- Gepäck organisieren: Wenn du im Nachtzug unterwegs bist, denke beim Packen des Koffers darüber nach, was du benötigst, und packe das nach oben oder ins Handgepäck. Dies erleichtert den Aufenthalt in der Zugkabine enorm.
- Abteil statt Sitzplatz buchen: Wenn du gerne Privatsphäre hast und dir Komfort wichtig ist, dann buche ein Abteil für 2 oder 4 Personen. Es ist ein extrem großer Unterschied.
- Tageszug vs. Nachzug: Kontrolliere vor der Buchung die Abfahrts- und Ankunftszeiten. Überlege dir, wie du die Wartezeit sinnvoll nutzt und ob vielleicht eine andere Zeit sinnvoller ist. Beachte bei der Planung die Öffnungszeiten von Mietwagenfirmen, Restaurants und Hotel-Check-in-Zeiten.
- Koffer am Bahnhof aufbewahren: In den meisten Bahnhöfen kannst du problemlos deine Koffer wegschließen. In Oulu und auch in Helsinki gab es sehr viele Schließfächer. Wir haben das in Helsinki genutzt und für 3 Stunden 4,50 EUR bezahlt. In dieses XL-Fach haben problemlos zwei große Koffer und das Handgepäck gepasst.
- Früh buchen: Der Zug ist in Finnland sehr gefragt und unter Umständen auch schnell ausgebucht. Wenn du nicht flexibel bist, empfehle ich die frühzeitige Buchung.
- Zeit für Umstieg einplanen: Wenn du mit dem Flugzeug anreist und dann in den Zug umsteigst, plane genügend Puffer ein. Wir haben hier sogar eine Stornomöglichkeit gebucht, falls der Flug starke Verspätung hat.
FAQ – häufige Fragen zum Zug in Finnland
Mein Fazit zum Zug in Finnland
Der Zug in Finnland war für uns ein wichtiger Teil der Reise und insgesamt eine sehr positive Erfahrung. Sowohl der Tageszug als auch der Nachtzug hatten ihre ganz eigenen Vorteile.

Der Tageszug war unkompliziert, entspannt und durch das eigene Abteil sehr komfortabel. Der Nachtzug hingegen war ein echtes Erlebnis. Das Schlafen im Schlafabteil war – abgesehen vom Lärm – wirklich bequem und etwas, das man so nicht jeden Tag erlebt.
Ich bin generell jemand, für den die Anreise ein Teil des Urlaubs ist. Egal ob Flug oder Zug – genau solche Erfahrungen machen für mich eine Reise besonders und bleiben im Kopf.
Rückblickend würde ich beide Varianten wieder wählen. Wichtig ist allerdings, dass man sich im Vorfeld gut organisiert. Vor allem die Abfahrtszeiten und das Gepäck sollte man im Blick haben.
Mein abschließendes Fazit: Wenn man ein paar Dinge plant und berücksichtigt, ist Zugfahren in Finnland eine wirklich tolle und empfehlenswerte Erfahrung. Ich würde immer wieder den Zug in Finnland wählen, egal ob Tageszug oder Nachtzug … Vielleicht das nächste Mal auch direkt bis zum Weihnachtsmann nach Rovaniemi.

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Podcast zum VR Zug in Finnland
Wenn du meine Erfahrungen lieber als Audio hören möchtest, haben wir auch einen Podcast zu unserer Zugreise in Finnland aufgenommen. Dort erzählen wir nochmals ausführlich von der Hin- und Rückfahrt, unseren Erlebnissen im Nachtzug, und geben zusätzliche Eindrücke, die im Artikel vielleicht zu kurz kommen.
▶ Hier kannst du den Podcast anhören oder alternativ auch bei Spotify oder Apple:

Häufig sind wir auf unseren Reisen ganz allein unterwegs, lediglich die Eichhörnchen begleiten uns!
Reisen ist für uns das Highlight des Jahres und definitiv mehr als nur Urlaub. Wir sind Yvonne und Tommi und haben neben dem gemeinsamen Job auch ein gemeinsames Hobby: Die Welt auf unseren Reisen zu entdecken.
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Wir quatschen gerne und freuen uns, wenn du bei der ein oder anderen Episode dabei bist und unseren Podcast abonnierst.
Neben dem Reisepodcast könnt Ihr uns auch auf folgenden Medien finden:
Reiseblog: https://chefintravels.com/
Instagram: https://www.instagram.com/chefin_travels/
In dieser Folge nehmen wir dich mit auf unsere Zugreise durch Finnland. Wir sind sowohl mit dem Tageszug als auch mit dem Nachtzug zwischen Helsinki und Oulu unterwegs gewesen. Hierbei haben wir ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Wir erzählen dir, warum wir uns am Ende für den Tageszug entschieden haben, wie der Nachtzug wirklich ist und warum das Thema Gepäck oft unterschätzt wird. Außerdem sprechen wir über das Schlafabteil, das eigene Bad und unsere ehrlichen Eindrücke vom Santa Claus Express.
Wenn du überlegst, in Finnland mit dem Zug zu reisen, bekommst du hier einen realistischen Einblick und praktische Tipps aus unserer eigenen Erfahrung.
In dieser Folge erfährst du:
- wie der Nachtzug in Finnland wirklich ist
- ob sich ein Schlafabteil lohnt
- warum Gepäck zum Problem werden kann
- Unterschiede zwischen Tageszug und Nachtzug
- Warum wir Probleme mit dem Wasser in der Schlafkabine hatten
- unsere ehrlichen Erfahrungen mit dem Santa Claus Express
Wir wünschen euch viel Spaß mit dieser Folge und freuen uns über eure Anregungen, Kommentare und Bewertungen.
Mehr Infos zu unserer Zugfahrt im Santa Claus Express findest du auch in meinem Reiseblog. https://chefintravels.com/zug-in-finnland/

Meine Empfehlungen für deine Finnland-Reise
Für unsere Reise nach Finnland haben wir einige Dinge genutzt, die ich dir aus eigener Erfahrung empfehlen kann. Gerade bei der Planung und vor Ort haben uns diese Tools und Produkte wirklich geholfen.
- Reiseführer für Finnland: Besonders hilfreich fand ich den Iwanowski’s Reiseführer Finnland, der einen guten Überblick über das Land gibt. Wenn du eine längere Rundreise durch Skandinavien planst – zum Beispiel mit dem Camper – lohnt sich auch „Durch Lappland im Winter“. Hier kannst du dir die Reiseführer anschauen:
- Mietwagen in Finnland vergleichen: Die Preisunterschiede bei Mietwagen können enorm sein – je nach Region und Anbieter. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, die Preise vorab online zu vergleichen.
- Ausrüstung für extreme Kälte: Die Temperaturen im finnischen Winter sollte man nicht unterschätzen. Neben guter Kleidung gibt es ein paar Dinge, die für uns echte Gamechanger waren. Wärmepads sind bei längeren Aktivitäten wie Snowmobilfahren oder Nordlichterbeobachten Gold wert. Weitere Tipps findest du in meiner Packliste für 7 Tage Winterurlaub.
- Aktivitäten und Touren: Viele Aktivitäten wie Huskytouren oder Snowmobil-Touren lassen sich vorab online buchen. Gerade in der Hochsaison kann das sinnvoll sein.
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