Wandern auf Madeira gehört für viele zu den absoluten Highlights der Insel – und genau das hat mich von Anfang an gereizt. Die Kombination aus spektakulären Bergkämmen, grünen Levada-Wanderungen und rauen Küstentrails macht Madeira zu einem echten Paradies für Wanderer.
In diesem Beitrag zeige ich dir meine schönsten Wanderungen auf Madeira – basierend auf unseren eigenen Erfahrungen. Neben bekannten Highlights findest du auch ruhigere Alternativen zum Wandern auf Madeira sowie praktische Tipps, die dir bei der Planung helfen. Zu jeder Wanderung gibt es eine kurze Einschätzung. Ausführliche Berichte mit Routen, Parkmöglichkeiten und persönlichen Erfahrungen verlinke ich dir nach und nach.
Meine schönsten Wanderungen auf Madeira im Überblick:
• PR8 – Ponta de São Lourenço
• PR6 – 25 Fontes
• PR1.2 Pico Ruivo
• PR1-Vereda do Areeiro
• Levada Nova & Moinho
• Vereda do Larano
• PR9 – Caldeirão Verde
• Pico Grande
Wandern auf Madeira – das solltest du wissen
Wandern auf Madeira ist unglaublich abwechslungsreich und wirklich traumhaft. Die Wege führen oft durch steiles Gelände, entlang schmaler Levadas, entlang von Klippen oder über ausgesetzte Bergkämme. Viele Touren sind technisch nicht extrem schwierig, erfordern aber Trittsicherheit und eine gute Planung.
Ein weiterer Punkt, den man nicht unterschätzen sollte, ist das Wetter. Gerade im Gebirge kann es sich innerhalb kurzer Zeit komplett ändern. Während an der Küste noch die Sonne scheint, kann es wenige Kilometer weiter oben neblig, windig oder nass sein. Man sollte daher auf alles vorbereitet sein. Ich habe in unseren beiden Wochen alle Wetterbedingungen erlebt und war nicht nur einmal nass.

Auch die Parkplatzsituation spielt eine größere Rolle, als man zunächst denkt. Viele Wanderungen starten an kleinen Parkplätzen, die schnell voll sind. Wer früh da ist oder bewusst etwas abseits der Hauptzeiten unterwegs ist, hat klare Vorteile. Wir waren meist die ersten am Parkplatz und hatten dadurch zusätzlich den Vorteil, die Natur in Ruhe genießen zu können. Hier findest du einige Tipps dazu:
▶ Madeira entspannt erleben trotz Tourismus
▶ Madeira Guide: Alles, was du vor deinem Urlaub wissen musst
Permits, Gebühren und aktuelle Regelungen
Viele der bekannten Wanderungen auf Madeira sind sogenannte PR-Trails. Diese sind offiziell ausgeschildert und gehören zu den beliebtesten Routen der Insel. Wir sind einige dieser PR-Trails gelaufen, aber auch einige andere Wanderwege, die wir aus dem Rother Wanderführer* hatten. Eine Übersicht der PR-Wanderwege findest du auf der Website von Visit Madeira: PR-Wanderwege.
Als wir auf Madeira unterwegs waren, lag die Gebühr für die klassifizierten Wanderwege noch bei 3 EUR pro PR-Wanderung und konnte relativ unkompliziert über eine Website bezahlt werden. Ein klassisches Permit-System gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, man musste sich somit nicht auf eine bestimmte Uhrzeit festlegen.
Seit Anfang 2026 hat sich das jedoch geändert. Für einige der klassifizierten Wanderwege wurden feste Zeitfenster und Zugangsbeschränkungen eingeführt und auch die Preise wurden auf 4,50 EUR erhöht. Hierbei ist es notwendig, vorab ein Ticket zu buchen, um die Wanderung überhaupt machen zu können. Alle Infos, die Buchung und die Abfrage der Verfügbarkeiten findest du hier: Simplifica Madeira.
Mein Tipp: Informiere dich vor jeder Wanderung über die aktuellen Regelungen und den Zustand des Trails. Bei Visit Madeira findet Ihr eine Übersicht der offiziellen Wanderungen auf Madeira: Visit Madeira
Auf eigene Faust oder mit Guide unterwegs?
Viele Wanderungen auf Madeira lassen sich problemlos auf eigene Faust machen. Die bekannten PR-Trails sind gut ausgeschildert und einfach zu finden. Wir waren während unseres gesamten Aufenthalts individuell unterwegs und sind damit sehr gut zurechtgekommen. Der größte Vorteil dabei ist die Flexibilität. Du kannst früh starten, Pausen selbst bestimmen und auch spontan reagieren, wenn es irgendwo zu voll wird oder das Wetter umschlägt. Gerade wenn man die Menschenmassen ein wenig umgehen möchte, ist das ein großer Pluspunkt.
Geführte Touren können trotzdem sinnvoll sein, vor allem wenn du keinen Mietwagen hast oder dich auf der Insel nicht selbst bewegen möchtest. Viele Anbieter übernehmen den Transfer und bringen dich zu den Startpunkten der Wanderungen. Auch bei längeren Strecken mit unterschiedlichen Start- und Endpunkten kann das eine entspannte Lösung sein. Es ist aber auch möglich, einen Guide zu buchen, der mit Euch den Wanderweg läuft. Eine gute Anlaufstelle ist hier GetYourGuide*, dort werden geführte Touren und reine Transferleistungen angeboten.
Beste Reisezeit zum Wandern auf Madeira
Wir waren im November auf Madeira unterwegs – also in der Nebensaison. Der große Vorteil: deutlich weniger los auf den Wanderwegen und eine entspanntere Parkplatzsituation. Dafür war das Wetter teilweise etwas schwieriger und wechselhaft. Genau das ist aber typisch für Madeira. Innerhalb kurzer Zeit kann sich alles komplett verändern. Am Ende kommt es darauf an, was du möchtest: möglichst stabiles Wetter oder lieber weniger Menschen auf den Trails.
Ich würde zum Wandern den Frühling von April bis Juni und den Herbst von September bis Oktober/November empfehlen. Im Frühling habt ihr zusätzlich noch mehr blühende Pflanzen. Im Sommer habt ihr zwar weniger Niederschlag, dafür kann es aber heiß und auch überfüllt sein. Generell ist Madeira ein Ganzjahresziel zum Wandern, ihr solltet euch allerdings immer auf das Wetter einstellen.
Meine schönsten Wanderungen auf Madeira
Im Folgenden findest du eine Auswahl der schönsten Wanderungen auf Madeira, die wir selbst gemacht haben. Jede Tour ist anders – von entspannten Levada-Wanderungen bis hin zu spektakulären Gebirgs- und Küstentrails. Die Reihenfolge stellt bewusst keine Rangfolge dar, denn jede dieser Wanderungen hat auf ihre Art überzeugt.
Das sind meine Lieblingswege zum Wandern auf Madeira:
PR8 – Vereda da Ponta de São Lourenço
Länge: ca. 7-10 km | Höhenmeter: ca. 400 hm | Dauer: 2–3 Stunden | Schwierigkeit: mittel | PR-Weg: PR8 | Route AllTrails: PR8*
Eine der bekanntesten Wanderungen auf Madeira – und landschaftlich absolut faszinierend. Statt dichtem Grün erwartet dich hier eine karge, fast schon mondartige Landschaft mit spektakulären Ausblicken auf die Küste.

Wir hatten einen kleinen Vorteil: Unser Hotel lag direkt in der Nähe, sodass wir einfach zu Fuß starten konnten und uns die Parkplatzsuche komplett erspart haben. Und das war Gold wert. Während unseres gesamten Aufenthalts im Dreams Madeira Resort herrschte am Trail eigentlich jeden Tag Chaos – und das in der Nebensaison.

Die Wanderung selbst gehört für mich zu den schönsten auf Madeira. Besonders bei gutem Wetter und blauem Himmel kommen die Farben und Kontraste richtig zur Geltung. Immer wieder eröffnen sich neue Ausblicke auf den Atlantik und die zerklüftete Küstenlinie. Es gibt zudem mehrere kleine Abzweigungen, die man erkunden kann, wenn man etwas mehr Zeit mitbringt.



Was man allerdings beachten sollte: Schatten gibt es hier kaum. Gerade an sonnigen Tagen kann es schnell anstrengend werden, daher unbedingt ausreichend Wasser und Sonnenschutz einpacken.
Die Parkplatzsituation ist – wie schon erwähnt – schwierig. Wer nicht früh da ist, muss oft weiter entfernt parken und einen längeren Fußweg in Kauf nehmen. Alternativ bieten viele Touranbieter Transfers von Funchal an, und auch mit dem Bus ist der Startpunkt erreichbar.
Alle Details zur Wanderung findest du in meinem gesonderten Beitrag: ▶ PR8 — Vereda da Ponta de São Lourenço – Madeira
PR6 – 25 Fontes & Levada do Risco
Länge: ca. 10-14 km | Höhenmeter: ca. 500-800 hm | Dauer: 3–4 Stunden | Schwierigkeit: mittel | PR-Weg: PR6 | Route AllTrails: 25 Fontes*
Eine der bekanntesten Levada-Wanderungen auf Madeira – und entsprechend gut besucht. Es gibt allerdings auch viele Varianten der Tour. Wir waren sehr früh am Parkplatz und gehörten fast zu den Ersten. Statt direkt zur Hauptattraktion, dem Wasserfall der 25 Fontes, zu laufen, haben wir uns bewusst für einen Abzweig entschieden (PR6.3). Das war rückblickend die beste Entscheidung. Dort standen wir plötzlich alleine an einem kleinen, glasklaren See, in den ein hoher Wasserfall stürzte. Kein Mensch weit und breit – einfach nur Ruhe. Das war wirklich ein Highlight und auch der Weg bis dahin war sehr sehenswert.


Später sind wir dann auch noch zum Lavada do Risco und zu den 25 Fontes gegangen. Der Unterschied hätte kaum größer sein können. Dort lief man teilweise in einer richtigen Menschenkette und stand am Wasserfall mit gefühlt 50 anderen Leuten. Schon beeindruckend, aber eben auch ziemlich voll.

Der Rückweg zum Parkplatz zieht sich ein wenig. Die letzten rund 2 Kilometer läuft man über eine Betonstraße. Das ist nicht besonders schön, gehört aber einfach dazu. Es gibt aber wohl auch ein Shuttle, welches man nutzen kann. Bei uns hat es zu allem Überfluss noch aus Eimern geschüttet, sodass wir patschnass am Parkplatz zurückgekommen sind.
Am Parkplatz haben wir das Ausmaß der Parkproblematik erlebt. Kilometerweit haben die Autos auf der Straße geparkt. Ich empfehle euch daher, früh zur Wanderung zu starten. Alternativ wird die Wanderung oft als geführte Tour angeboten, inklusive Transfer von Funchal. Das kann gerade in der Hauptsaison eine entspanntere Alternative sein.
PR1.2 – Pico Ruivo
Länge: ca. 6 km (hin und zurück) | Höhenmeter: ca. 300 hm | Dauer: 2–3 Stunden | Schwierigkeit: mittel | PR-Weg: PR1.2 | Route bei AllTrails: Pico Ruivo*
Der höchste Punkt Madeiras darf natürlich nicht fehlen. Der Pico Ruivo ist eines der bekanntesten Ziele der Insel – deshalb ist hier auch immer viel los. Wir haben das Early-Bird-Frühstück im Hotel genutzt und sind früh los. Gegen 7:30 Uhr standen wir am Parkplatz. Die meisten Sonnenaufgangs-Besucher waren da schon unterwegs oder bereits am Gipfel. Daher waren wir auf dem Weg fast alleine und hatten durch die aufgehende Sonne eine tolle Atmosphäre. Die Lichtverhältnisse änderten sich ständig.


Als wir oben ankamen, kamen uns die ersten Wanderer schon wieder entgegen. Wir hatten den Gipfel tatsächlich für uns allein – bei perfektem Wetter und klarer Sicht. Fünf Minuten später war alles komplett zugezogen. Wirklich verrückt, wie schnell sich das Wetter hier oben ändern kann. Alle, die nach uns angekommen sind, hatten nur noch Nebel.



Bei unserem Besuch war nur der PR1.2 geöffnet. Die Strecke ist mit rund 2,8 Kilometern pro Richtung relativ kurz und gut ausgebaut. Der Weg ist gut zu gehen, einige Treppen und Höhenmeter, aber insgesamt gut machbar. Das Highlight ist der Gipfel – obwohl der Weg auch sehr sehenswert ist und dauerhaft tolle Aussichten bietet.
PR1 – Vereda do Areeiro
Länge: 7 km One-Way (aktuell gesperrt) | Höhenmeter: 1.000 – 1.300 hm | Dauer: 5–7 Stunden | Schwierigkeit: anspruchsvoll | PR-Weg: PR1
Der Pico do Areeiro gehört definitiv zu den bekanntesten und spektakulärsten Wanderungen auf Madeira. Viele kennen vor allem die Verbindung der drei Gipfel: vom Pico do Areeiro (1.818 m) über den Pico das Torres (1.851 m) bis hin zum Pico Ruivo (1.862 m). Diese Strecke ist rund 7 Kilometer lang (one way) und gilt als anspruchsvoll – landschaftlich aber als eines der absoluten Highlights der Insel.
Allerdings ist genau dieser Abschnitt schon seit längerer Zeit gesperrt. Auch bei meinem Besuch war nur ein Teilstück zugänglich. Man konnte lediglich den Weg vom Pico do Areeiro bis zum Pedra Rija Belvedere (ca. km 1,2) gehen.
Zu viel Nebel am Gipfel
Wir wollten die Wanderung trotzdem unbedingt machen – haben sie aber am Ende abgebrochen. Wir sind mitten in der Nacht aufgestanden und waren gegen 7:00 Uhr oben am Parkplatz. Leider hatten wir absolutes Pech mit dem Wetter. Es war so neblig, dass man teilweise die Hand vor Augen nicht gesehen hat. Dazu kam extrem starker Wind und Regen. Wir haben kaum die Autotür aufbekommen.


Somit haben wir etwa 15 Minuten im Auto gewartet, in der Hoffnung, dass es besser wird. Da es aber noch dunkel war und sich nichts verändert hat, haben wir uns entschieden, wieder runterzufahren. Im Nachhinein definitiv die richtige Entscheidung. Später haben wir erneut die Webcam des Gipfels gecheckt – leider sah es immer noch genauso schlecht aus. Manchmal hat man einfach Pech.
Trotzdem gehört diese Wanderung für mich ganz klar zu den besten auf Madeira. Egal ob zum Sonnenaufgang, Sonnenuntergang oder tagsüber – bei gutem Wetter muss das Erlebnis dort oben einfach unglaublich sein. Für mich steht fest: Die hole ich beim nächsten Besuch nach.
Da es eine der beliebtesten Wanderungen auf Madeira ist, werden viele Touren zum Pico do Areeiro angeboten, vor allem zum Sonnenaufgang:
Levada Nova & Levada do Moinho
Länge: ca. 10 km | Höhenmeter: moderat | Dauer: 3–4 Stunden | Schwierigkeit: mittel | PR-Weg: nein| Route bei AllTrails: Levada Nova*
Diese Wanderung wird mir vermutlich am längsten in Erinnerung bleiben, und das hat vor allem mit dem Wetter zu tun. Es hat eigentlich durchgehend geregnet. Auf dem Hinweg noch halbwegs entspannt, auf dem Rückweg dann aus Eimern. Aber genau solche Besonderheiten bleiben in Erinnerung.


Wir sind mit der Levada Nova gestartet. Zum Ende hin kommt man durch einen Tunnel und steht plötzlich vor einem bzw. zwei phänomenalen Wasserfällen. Das Highlight daran ist, dass man sogar hinter den Wasserfällen entlanglaufen kann. Gerade durch den Regen hatten sie unglaublich viel Wasser, die Kraft war richtig spürbar. Wir haben uns dort bestimmt eine halbe Stunde aufgehalten – komplett alleine. Unfassbar gut!



Eigentlich wollten wir danach den geplanten Weg weitergehen, aber durch die Wassermassen war das nicht möglich. Der angrenzende Fluss war so voll, dass der Übergang zum geplanten Weg nicht möglich war. Trotzdem kamen wir auf die Levada Moinho, welche parallel verläuft, und gingen diese direkt zurück.

Teilweise war der Weg sehr anspruchsvoller, weil Bäume umgefallen waren und sich das Wasser gestaut hat. Dadurch wurde der Weg an manchen Stellen schwieriger zu gehen.
Wichtig: Die Wanderung ist nichts für Menschen mit Höhenangst. Es gibt Abschnitte ohne Sicherung und der Weg ist teilweise ziemlich schmal. Für alle anderen ist es aber eine absolute Empfehlung.
▶ Zum ausführlichen Bericht: Levada Nova und Levada do Moinho auf Madeira
Vereda do Larano
Länge: ca. 12 km | Höhenmeter: ca. 270 hm | Dauer: 3–4 Stunden | Schwierigkeit: leicht bis mittel | PR-Weg: nein | Meine Route bei AllTrails: Vereda do Larano*
Ein wunderschöner Küstentrail im Nordosten von Madeira. Der Weg verbindet Machico mit Porto da Cruz und folgt dabei einem alten Fußweg entlang der Steilküste. Wir sind von Porto da Cruz etwa 6 Kilometer One-Way gelaufen und dann umgekehrt. Es waren rund 270 Höhenmeter. Man kann aber auch bis nach Machico durchlaufen, muss sich dann allerdings um einen Transfer kümmern.
Die meiste Zeit läuft man direkt an den Klippen entlang, mit konstantem Blick auf den Atlantik. Eine dieser Wanderungen, bei denen man sich an der Aussicht einfach nicht sattsehen kann. Hinter jeder Kurve eröffnet sich wieder ein neues Panorama. Man kommt gar nicht vorwärts, da man ständig Fotos macht.



Die Strecke ist insgesamt gut zu gehen und technisch nicht besonders anspruchsvoll. Eine tolle Wanderung zwischen Tagen mit vielen Höhenmetern. 😁
▶ Eindrücke zur Wanderung findest du in meinem YouTube Video: Vereda do Larano
PR9 – Levada do Caldeirão Verde
Länge: ca. 13 km (hin und zurück) | Höhenmeter: gering | Dauer: 4–5 Stunden | Schwierigkeit: leicht bis mittel | PR-Weg: PR9 | Meine Route bei AllTrails: Levada do Caldeirao Verde*
Wir haben uns im Vorfeld zwischen der PR9 und der Levada do Rei entschieden, da beides klassische Levada-Wanderungen sind und sich vom Charakter her recht ähnlich sind. Zeitlich hätten wir nicht beide geschafft, daher fiel unsere Wahl auf die PR9.
Die Wanderung verläuft größtenteils entlang der Levada. Teilweise wird es ziemlich eng, vor allem wenn Gegenverkehr kommt. Unterwegs gibt es mehrere Tunnel in unterschiedlichen Längen – eine Taschenlampe ist hier definitiv Pflicht. Durch die Tunnel ist diese Wanderung sehr abwechslungsreich.


Leider war bei unserem Besuch der letzte Abschnitt des Trais zum Caldeirão do Inferno gesperrt, sodass wir nur bis zum ersten Wasserfall gehen konnten. Dies ist wohl schon länger der Fall. Trotzdem hat uns die Wanderung richtig gut gefallen. Besonders der Hinweg war sehr angenehm. Auf dem Rückweg kamen uns allerdings sehr viele Menschen entgegen und durch das ständige Ausweichen, war es definitiv anstrengender. Aber das gehört bei den bekannten Trails auf Madeira einfach dazu.



Auch hier waren wir morgens wieder früh am Parkplatz – zum Glück. Auf dem Rückweg war der gesamte Parkplatz voll und bereits gesperrt. Ich empfehle daher, früh zu kommen. Ein weiterer kleiner Tipp: Die Toiletten kosten 0,50 €. Ohne Münzen kommt ihr nicht rein. Das war bei mehreren Wanderungen so, unter anderem auch bei den 25 Fontes. Also am besten immer ein paar 50-Cent-Stücke dabeihaben.
Pico Grande
Länge: 10 km | Höhenmeter: ca. 900 hm | Dauer: 4–5 Stunden | Schwierigkeit: anspruchsvoll | PR-Weg: nein | Meine Route bei AllTrails: Pico Grande*
Das war tatsächlich meine erste Wanderung auf Madeira – und direkt eine, die es in sich hatte.
Es gibt hier mehrere Abzweigungen. Von dort kann man zum Beispiel auch ins Nonnental laufen. Wir haben uns aber nur für den Weg zum Pico Grande entschieden – und der hat es, vor allem zum Ende hin, richtig in sich. Der letzte Abschnitt geht über lose Steine und es kommen noch einmal ordentlich Höhenmeter dazu. Insgesamt waren es bei uns knapp 900 Höhenmeter. Durch die losen Steine habe ich hier auch direkt meinen ersten kleinen Sturz hingelegt. Aber es hat sich absolut gelohnt. 😉



Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war das Wetter. Die Wechsel waren extrem schnell. Man konnte richtig sehen, wie die Wolken am Berg hängenblieben und sich innerhalb von Minuten alles veränderte. Das war wirklich beeindruckend. Auch am Gipfel war dieses Phänomen extrem, allerdings hatten wir leider keine Weitsicht wegen des Nebels.


Die Wanderung ist deutlich weniger frequentiert als viele andere auf Madeira. Wir waren über weite Strecken fast alleine unterwegs – genau das macht sie so besonders. Dafür ist der Parkplatz aber auch nicht wirklich groß.
Tipps zum Wandern auf Madeira
Wenn ich erneut nach Madeira reisen würde, würde ich einige Dinge genauso wieder machen – andere aber auch bewusster planen. Hier sind meine wichtigsten Tipps aus der Praxis:
- Früh starten: Die meisten bekannten Wanderungen werden schnell voll. Wer früh unterwegs ist, hat nicht nur mehr Ruhe, sondern auch deutlich weniger Stress bei der Parkplatzsuche.
- Plant genug Zeit ein: Viele Wanderungen wirken auf den ersten Blick nicht lang, ziehen sich aber deutlich mehr als gedacht. Außerdem bleibt ihr ohnehin ständig stehen zum Staunen und Fotografieren.
- Ausreichend Wasser und Sonnenschutz: Gerade auf offenen Trails wie dem PR8 gibt es kaum Schatten und die Höhenmeter strengen an. Ausreichend Wasser ist daher eine absolute Voraussetzung.
- Taschenlampe nicht vergessen: Bei vielen Levada-Wanderungen gibt es Tunnel – teilweise lang und komplett dunkel. Ohne Licht wird es schnell unangenehm. Wir hatten eine Stirnlampe dabei, damit hat man die Hände frei.
- Kleingeld einpacken: Die Toiletten auf den Trails kosten oft 0,50 €. Ohne Münzen kommt ihr nicht rein – das haben wir selbst gemerkt.
- Kleidung für alle Wetterlagen: Das Wetter auf Madeira kann sich extrem schnell ändern. Regenkleidung sollte immer dabei sein und auch die Temperaturen fallen schnell, je höher ihr kommt.
- Erste Hilfe Set: Ich habe es leider bei der ersten Wanderung direkt selbst gebraucht. Ein kleines Erste Hilfe Set* im Rucksack kann sehr sinnvoll sein.
- Offline Karten runterladen: Laden Euch im Vorfeld Offline Karten der Gegend runter. So seid ihr unabhängig von mobilem Internet.
Wandern auf Madeira – mein Fazit
Nach all den Wanderungen auf Madeira ist mir vor allem eins klar geworden: Es gibt hier eigentlich keine schlechten Trails. Die Insel bietet so viele unterschiedliche Touren, dass einem als Wanderer nie langweilig wird. Wir haben neben den hier genannten noch einige weitere Wanderungen gemacht – und jede hatte auf ihre Art ihren Reiz.
Ein besonders spannendes Erlebnis war der Adlerfelsen. Landschaftlich wirklich beeindruckend, aber auch deutlich anspruchsvoller und teilweise gefährlich. Deshalb würde ich ihn nicht pauschal empfehlen, vor allem nicht für Einsteiger. Auch einige unbekanntere Touren aus dem Rother Wanderführer* haben sich absolut gelohnt. Gerade dort findet man viele Alternativen zu den bekannten Wegen, die oft deutlich ruhiger sind.

Die bekannten PR-Wanderungen sind alle schön – keine Frage. Aber sie sind eben oft auch sehr voll. Gleichzeitig gibt es unglaublich viele andere Trails, die mindestens genauso viel zu bieten haben und bei denen man deutlich mehr Ruhe hat. Wenn du gerne abseits der Massen unterwegs bist, kann ich dir den Rother Wanderführer* wirklich ans Herz legen. Dort findest du viele spannende Alternativen zu den klassischen Routen.
Am Ende ist genau das, das Besondere an Madeira: Egal, für welche Wanderung du dich entscheidest – die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass sie dich begeistern wird.
Meine Empfehlungen zu Madeira
Ich hoffe, dir hat dieser kleine Erfahrungsbericht gefallen und der Überblick war hilfreich. Hier findest du alle meine Empfehlungen zu Madeira mit Links zu Anbietern zusammengefasst.
- Reiseführer Madeira:

- Mietwagen-Buchung:
- Meine Hotels:
- Flug nach Madeira:
- Empfehlungen zur Wanderausstattung:
- Ausflüge bei GetYourGuide
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Was ist deine liebste Wanderung auf Madeira? Oder falls du noch in der Planung bist: Welche willst du unbedingt live erleben?




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