Tunnel Mountain Trail / Banff

Typische rote Stühle am Tunnel Mountain Trail

Der Tunnel Mountain Trail ist ein beliebter Wanderweg in Banff. Nach gut 2 Kilometern erreicht man den Gipfel des Tunnel Mountain und wird mit einer atemberaubenden Aussicht auf Banff und Umgebung belohnt. Bei der Wanderung sind einige Höhenmeter zu überwinden, aber der Weg ist einfach zu bewältigen, da es keine schwierigen Passagen gibt. Lest in meinem Reisebericht alles zu meinen Erfahrungen auf dem Tunnel Mountain Summit Trail im Winter.

Meine Kanada-Rundreise

Im Januar 2023 verbrachte ich knapp zwei Wochen in den kanadischen Rocky Mountains. Täglich unternahmen wir 1-2 Wanderungen, um die wundervolle Schnee- und Eislandschaft aus der Nähe kennenzulernen. Am vorletzten Tag beschlossen wir, dass wir genug gewandert und den letzten Tag ruhig angehen lassen wollten. Allerdings schneite es nachts sehr stark und somit war toller Neuschnee vorhanden. Bisher hatte es in diesem Urlaub kaum geschneit, daher mussten wir unbedingt raus in den Schnee und entschieden uns abermals wandern zu gehen. Der Tunnel Mountain Trail hat sich dafür perfekt angehört: nicht zu kurz, nicht zu lang und eine tolle Aussicht am Ziel!

Der Tunnel Mountain Summit

Der 1.692 Meter hohe Tunnel Mountain Berg ist auch bekannt als Sleeping Buffalo, da er einem schlafenden Büffel ähnelt. Ursprünglich hieß der Berg einfach nur „The Hill“. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Eisenbahnstrecke bei Banff gebaut und in diesem Zusammenhang der Bau eines 275 Meter langen Tunnels durch den Berg geplant. Daher kam dann der Name Tunnel Mountain zustande.

Der Berg liegt im Südosten von Banff und gehört somit zum Bow River Valley des Banff National Parks. Von der Stadt kann man problemlos zum Tunnel Mountain gelangen. Dies geht beispielsweise zu Fuß, vom Stadtzentrum sind es etwas mehr als 1 Kilometer bis zum Startpunkt. Mit dem Auto hat man die Möglichkeit ein zwei verschiedenen Parkplätzen zu parken und zusätzlich kann man auch mit dem Bus zur Wanderung gelangen.

Wo ist der Tunnel am Tunnel Mountain?

Man könnte meinen, dass man bei der Wanderung den Tunnel sehen kann, aber der Tunnel wurde nie gebaut. Stattdessen haben sie eine alternative Route nördlich des Berges gefunden, und der Tunnelbau wurde somit vollständig verworfen. Der Name Tunnel Mountain blieb jedoch bestehen.

Ausgangspunkt zur Wanderung

Je nach dem zu welcher Jahreszeit ihr die Wanderung zum Tunnel Mountain starten wollt, habt Ihr die Wahl aus zwei unterschiedlichen Parkplätzen.

Upper Trailhead im Sommer

Ein Parkplatz befindet sich am Tunnel Mountain Drive und von diesem hat man den kürzesten Weg zum Gipfel. Am Upper Trailhead gibt es etwa 10 ausgewiesene Parkplätze, wobei man vermutlich auch am Straßenrand parken kann. Zumindest stehen bei Google Streetview ganz viele Autos am Wegrand. 🙂

Der Wanderweg hier startet direkt mit einer Treppe und einer Tafel mit Informationen zum Trail. Diesen Startpunkt kann man eigentlich nicht verpassen.

Start der Wanderung zum Tunnel Mountain in Banff

Lower Trailhead im Winter

Der Tunnel Mountain Drive ist leider nur saisonal geöffnet, somit kann man im Winter leider dort nicht parken, da die Straße nicht befahrbar ist. Eine Alternative stellt der Lower Trailhead dar, der sich eine Parallelstraße weiter unten befindet. Dieser Parkplatz ist auch größer, insgesamt haben hier etwa 20 Autos Platz und somit wird er immer Sommer bestimmt auch als Ausweichparkplatz genutzt. Nachfolgendes Bild zeigt den Lower Trailhead Parkplatz im Januar 2023.

Der Parkplatz zum Trail im Winter, Lower Trailhead Banff

Nachteil dieses Parkplatzes ist, dass sich die Wanderung zum einen um etwa 300 Meter verlängert, aber dies fällt nicht wirklich ins Gewicht. Bei diesen 300 Meter überwindet man allerdings schon einige Höhenmeter. Ich war daher bereits geschwitzt, als ich beim eigentlichen Parkplatz angekommen bin. 😏

Meine Wanderung zum Tunnel Mountain Summit

Wir starteten gegen späten Vormittag mit der Tour zum Summit Mountain und freuten uns darauf, endlich im richtigen Neuschnee wandern zu gehen. Sicherheitshalber hatten wir, wie immer, die Eiskrallen an den Schuhen und diese haben sich auch als äußerst nützlich herausgestellt. Es befindet sich immer wieder Eis unter dem Schnee und so ist man stets auf der sicheren Seite und läuft daher viel entspannter.

Der komplette Weg verläuft bergauf und man überwindet eine Vielzahl an Serpentinen. Es war wirklich unglaublich, wie schnell man an Höhe gewinnt und die Ausblicke immer schöner wurden. Nach jeder Kurve wollte man anhalten und die Sicht aufsaugen und fotografieren.

Häufig verläuft der Weg nahe am Abgrund, aber es sind eigentlich keine schwierigen Hindernisse zu überwinden. Irgendwann hat man das Gefühl, oben angekommen zu sein, aber es geht immer weiter. Während der Wanderung findet man jedoch immer wieder tolle Aussichtspunkte, an denen man den Blick schweifen lassen kann.

Am Ziel angekommen

Nach guten zwei Kilometern hat man es dann endlich geschafft und wird mit einer fast 360 Grad Rundumsicht belohnt. Ein paar Bäume sind im Weg, aber im Verlauf des Weges kann man in jede Richtung schauen. Die Aussicht von oben ist traumhaft und vor allem die schneebedeckte Landschaft hat mich sehr fasziniert. Oben wird man übrigens mit einem Willkommensschild begrüßt.

Die roten Stühle auf dem Gipfel

Auch wenn ich mich frage, wie die zwei roten Stühle da hinauf gekommen sind, hat mich der Anblick der roten Stühle im weißen Schnee sehr erfreut. Diese roten Stühle stehen an vielen Sehenswürdigkeiten in Kanada und machen besonders im Schnee eine Menge her. Leider saß bei uns ein junges Mädel mit Ihrem Buch in diesem Stuhl und hat sich die nächsten 45 Minuten nicht wegbewegt. Puh…. natürlich war das ihr gutes Recht, aber ich hätte schon gerne ein Erinnerungsfoto im Stuhl geschossen. Na ja, sie sah recht traurig aus, weshalb ich sie auch nicht bitten wollte, mal kurz den Stuhl zu räumen. Ich habe es überlebt, dann gibt es halt nur diese Fotos der roten Stühle:

Am Gipfel kann man zu verschiedenen Stellen laufen und dort eine Zeit lang verweilen, bevor man sich wieder auf den Rückweg begibt. Dieser geht definitiv schneller, da es nur bergab geht.

Während des Weges und vom Gipfel hat man Aussichten auf den Bow River, das Banff Springs Hotel, die Stadt Banff selbst, den Golfplatz Banff Springs und das Bow Valley.

Fazit zum Tunnel Mountain Trail

Im Vorfeld habe ich gelesen, dass es sich um eine kurze und einfache Wanderung handelt. Na ja, also nach diesem Trail weiß ich jedenfalls, dass meine Kondition stark zu wünschen übrig lässt.😏 Ja, der Weg an sich ist einfach zu gehen, da keine Kletterpartien oder sonstige schwierige Stellen zu überwinden sind. Aber trotzdem sind es fast 300 Höhenmeter, die man in 2,2 km hinaufsteigen muss. Dies bedeutet, dass es nur bergauf geht und das über die Länge der gesamten Wanderung. Ein bisschen Kondition sollte man schon mitbringen, ich habe auf jeden Fall an jeder Serpentine erst einmal eine kurze Verschnaufpause eingelegt. Offiziell natürlich nur, um die tolle Aussicht zu genießen … was auch sonst! 🤔🤣

Die Anstrengung hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Der Ausblick ist absolut traumhaft, und das nicht nur vom Gipfel, sondern auch während der kompletten Wanderung hat man immer wieder einen tollen Weitblick. Für uns war es die letzte Wanderung im Urlaub und definitiv ein schöner Abschluss.

Tipps zur Wanderung

  • Den Route der Wanderung zum Tunnel Mountain könnt Ihr bei AllTrails finden und auch damit navigieren:
  • Wie bereits erwähnt, müsst ihr einige Höhenmeter überwinden. Denkt daran, ausreichend Wasser mitzunehmen, denn vor allem im Sommer kommt man hier gut ins Schwitzen.
  • Identisch mit den meisten Wanderungen empfehle ich euch, recht früh zu starten. Dies hat zum einen den Vorteil, dass es im Sommer noch nicht so warm ist und man bereits vor der Mittagshitze zurück ist. Viel wichtiger ist für mich allerdings die Chance, am Gipfel noch seine Ruhe zu haben und nicht mit Menschenmassen kämpfen zu müssen. Im Winter spielt das keine große Rolle, aber im Vergleich zu meinen anderen Wanderungen war dieser Trail stärker frequentiert. Jedoch nichts im Vergleich zum Sommer.
  • Wir sind die gesamte Wanderung mit Schneekrallen an den Schuhen gelaufen, da immer wieder Eisflächen unter dem Schnee vorhanden waren. Ich würde euch die Spikes für eure Wanderungen empfehlen, falls der Weg schneebedeckt und evtl. vereist sein könnte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man einfach viel sicherer und entspannter läuft.
  • Sobald ihr euer Auto auf dem Parkplatz abstellt, benötigt ihr ein gültiges Ticket für den Banff National Park. Wir haben uns direkt den Jahrespass Discovery Pass gekauft und mussten uns somit im gesamten Urlaub keinerlei Gedanken mehr über ein gültiges Tagesticket machen. Hier könnt Ihr euch über den Jahrespass informieren:
  • Die Stadt Banff ist super geeignet für einen kleinen Stadtbummel. Der Ausblick über die Hauptstraße mit den Bergen im Hintergrund ist wirklich besonders. Im Winter finden in Banff die Snow Days statt, hier werden in der Stadt Eisskulpturen erstellt, die man besichtigen kann. Nachfolgend findet ihr meinen Erfahrungsbericht:
Ausblick auf den Banff National Park

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ReisezeitHöhenmeterLängeBewertung
Januar 2023260 Meter4,3 km5 von 5

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